Privatisierungen sollen Brasiliens Wirtschaft ankurbeln

Im Kampf gegen die Rezession legt Brasilien ein milliardenschweres Privatisierungsprogramm auf. Damit will Brasilien 24 Milliarden Dollar erlösen, elf Milliarden davon allein aus dem Öl- und Gassektor.
14.09.2016 06:59
Blick vom Zuckerhut auf Rio de Janeiro, Brasiliens zweitgrösste Stadt.
Blick vom Zuckerhut auf Rio de Janeiro, Brasiliens zweitgrösste Stadt.
Bild: pixabay.com

"Wir müssen uns der Privatwirtschaft zuwenden, weil der Staat nicht alles machen kann", sagte Staatspräsident Michel Temer vor seinen Ministern am Dienstag. So will die Regierung Genehmigungen zum Betrieb von Flughäfen sowie von Strassen im Süden und im mittleren Westen des Landes verkaufen.

Des Weiteren sollen Betriebsgenehmigungen für Öl-, Gas- und Elektrizitätsprojekte vergeben werden. Damit will Brasilien 24 Milliarden Dollar erlösen, elf Milliarden davon allein aus dem Öl- und Gassektor. Zudem steht die Privatisieurng von sechs Netzverteilern des staatlichen Energiekonzerns Eletrobras an.

Brasilien steckt seit zwei Jahren in einem tiefen Konjunkturtal. Auch im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaft. Temer, der nach der Amtsenthebung von Dilma Rousseff erst Ende August als Präsident vereidigt wurde, hat bereits weitreichende Reformen des Rentensystems, des Arbeitsrechts und der Wirtschaft insgesamt angekündigt.

Auch ein Sparprogramm gehört zu seinen Plänen. Rousseff wurde unter anderem vorgeworfen, Haushaltsregeln gebrochen zu haben, um ein massives Defizit zu verbergen.

(Reuters)