Pro-kurdische HDP will Wahlergebnisse in der Türkei anfechten

Nach Protesten der grössten türkischen Oppositionspartei CHP hat auch die oppositionelle pro-kurdische HDP eine Anfechtung des Wahlergebnisses in der Türkei angekündigt. "Egal ob das Ergebnis "Ja" oder "Nein" sein wird, wir werden das Ergebnis von zwei Dritteln der Wahlurnen anfechten", teilte die HDP am Sonntag per Kurznachrichtendienst Twitter mit. "Unsere Informationen weisen auf Manipulation in der Grössenordnung von 3 bis 4 Prozentpunkten hin."
16.04.2017 20:40

Zuvor hatte bereits die Istanbuler HDP-Abgeordnete Filiz Kerestecioglu die Legitimität des Wahlergebnisses angezweifelt. "Schon der Wahlkampf war nicht fair und hat unter ungeheurem Druck stattgefunden", sagte Kerestecioglu der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. "Die Entscheidung über ein Präsidialsystem in der Türkei wurde dem Volk in der Türkei aufgedrängt. Selbst ein "Ja" wird keine Legitimität haben. Es ist deutlich geworden, dass das Volk in der Türkei es ablehnt, die Verfassung auf diese Weise zu ändern."

Nach Auszählung von 98,63 Prozent der Stimmen lagen die "Ja"-Stimmen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu bei 51,32 Prozent. Die "Nein"-Stimmen kamen demnach auf 48,68 Prozent. Oppositionsvertreter in der Wahlkommission bestätigten diese inoffiziellen Anadolu-Zahlen aber zunächst nicht./cle/DP/he

(AWP)