Prognose - Europas Fluglinien könnten 2020 über Hälfte ihres Geschäfts verlieren

Die Corona-Krise könnte Fluggesellschaften in Europa 2020 laut ihrem Weltverband mehr als die Hälfte ihres Geschäfts und in der Folge noch mehr Jobs kosten als zuletzt gedacht.
23.04.2020 15:40
Flughafen Frankfurt am Main.
Flughafen Frankfurt am Main.
Bild: imago images / rheinmainfoto

Allein in Deutschland seien dadurch eine halbe Million Arbeitsplätze bei Airlines und verwandten Bereichen wie der Touristik in Gefahr, teilte der Weltluftfahrtverband IATA am Donnerstag in Genf mit. Europaweit hält der Verband jetzt den Verlust von 6,7 Millionen Jobs für realistisch, 1,1 Millionen mehr als Ende März prognostiziert.

Am härtesten getroffen würde davon das Urlaubsland Spanien, wo die IATA rund 900'000 Arbeitsplätze gefährdet sieht, gefolgt von Grossbritannien mit über 661'000. Österreich wäre mit 485'000 und Deutschland mit knapp 484'000 gefährdeten Jobs ähnlich stark betroffen. Grundlage der IATA-Prognose ist, dass die starken Reisebeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie drei Monate lang anhalten und schrittweise erst für Inlandsflüge, dann für Kontinentalflüge und erst zum Schluss für Langstreckenflüge gelockert werden.

"Da Airlines in einer beispiellosen Liquiditätskrise stecken, brauchen wir dringend finanzielle und regulatorische Unterstützung von Europas Regierungen", sagte IATA-Europachef Rafael Schvartzman. Nach den jüngsten Berechnungen des Verbands könnten Europas Airlines in diesem Jahr Umsatzverluste von 89 Milliarden US-Dollar (82 Mrd Euro) drohen. Die Zahl der Passagierkilometer dürfte dabei 55 Prozent niedriger liegen als im Vorjahr. Dies ist nicht deckungsgleich mit der Zahl der Fluggäste. Wenn zwei Fluggäste 500 Kilometer weit fliegen, ergibt dies genauso viele Passagierkilometer, wie wenn ein Fluggast 1000 Kilometer weit fliegt.

Für Deutschland geht die IATA davon aus, dass die hiesigen Airlines in diesem Jahr 103 Millionen weniger Fluggäste befördern könnten als im Vorjahr. Dies entspreche einem Umsatzrückgang von etwa 17,9 Milliarden Dollar.

(AWP)