Publica steigert 2016 den Deckungsgrad - Senkung des technischen Zinssatzes

Die Pensionskasse des Bundes Publica hat im Jahr 2016 die Deckung für künftige Verpflichtungen verbessert. Der Gesamtdeckungsgrad stieg zum vorangegangenen Jahr um 2,8 Prozentpunkte auf 102,9%. Dabei weise keines der zwanzig bei der Publica angeschlossenen Vorsorgewerke eine Unterdeckung auf, teilte die Sammeleinrichtung am Dienstag mit. Publica hatte im Januar den Deckungsgrad auf 103% geschätzt.
04.04.2017 15:20

Zu verdanken sei die Steigerung des Deckungsgrads auf die "erfreuliche" Anlageperformance, so die Mitteilung weiter. Wie bereits im Januar mitgeteilt, erzielte Publica auf dem gesamten Anlagevermögen von rund 38 Mrd CHF netto eine Gesamtrendite von 5,06% nach dem Minus von 1,93% im Jahr 2015. Der Sammeleinrichtung Publica sind aktuell 13 offene und sieben geschlossene Vorsorgewerke mit Anlagevermögen von 33,6 Mrd CHF bzw. 3,8 Mrd angeschlossen.

Mit ein Grund für die im Vergleich zu anderen Pensionskassen teilweise überdurchschnittliche Performance sei der strategische Entscheid gewesen, das Portfolio breit zu diversifizieren und 16% des Vermögens der offenen Vorsorgewerke in Anleihen und Aktien aus Schwellenländern anzulegen, erklärt Publica. Diese Anlageklasse rentierte mit rund 10%. Ebenso viel Rendite warfen die Schweizer Immobilien im vergangenen Jahr ab.

Die Verwaltungskosten konnten indessen auf 181 CHF pro versicherte und rentenbeziehende Person weiter gesenkt werden. Im Jahr 2015 hatten diese Kosten noch 217 CHF betragen. Insgesamt betreut Publica knapp 64'000 versicherte Personen und rund 42'500 Rentenbeziehende.

Mit Blick auf die langfristige Sicherung künftiger Leistungen hat Publica angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds entschieden, die technischen Zinssätze zu senken. In den offenen Vorsorgewerken wird dieser Satz auf Anfang 2019 auf 2% (bisher 2,75%) und in den geschlossenen Vorsorgewerken auf 1,25% (bisher 2,25%) reduziert. Der technische Zins ist die zentrale Grösse zur Berechnung des notwendigen Deckungskapitals zur Zahlung künftiger Vorsorgeleistungen.

Im Gegenzug will die Kassenkommission bis spätestens Mitte 2017 die Vorgaben für eine minimale Abfederung der mit den neuen technischen Grundlagen verbundenen Leistungseinbussen definieren, heisst es weiter. Anschliessend sind die paritätischen Organe der offenen Vorsorgewerke aufgefordert, die neuen Vorgaben umzusetzen. Dabei werden sie sozialpartnerschaftlich darüber entscheiden, welche Massnahmen zur Abfederung des tieferen Umwandlungssatzes für die Versicherten ihres Vorsorgewerks eingesetzt werden können.

mk/rw

(AWP)