Puerto Rico will sich ohne Radikalkur aus der Schuldenfalle ziehen

Mit einer Mischung aus Konjunkturprogramm, Kürzungen und Strukturreformen will die Regierung von Puerto Rico das hoch verschuldete US-Aussengebiet sanieren. "Wir müssen wettbewerbsfähiger werden und die Wirtschaft ankurbeln", sagte Gouverneur Ricardo Rosselló am Dienstag im Parlament. Sein Sanierungsplan muss noch von der Kontrollkommission genehmigt werden, die im Auftrag Washingtons die öffentlichen Ausgaben der Karibikinsel überwacht und bei der Restrukturierung der Verbindlichkeiten helfen soll.
01.03.2017 06:33

Rosselló will Steuerschlupflöcher stopfen, Behörden zusammenlegen, Subventionen streichen und durch Anreize neue Investitionen anlocken. Mit seinem Plan bleibt der Gouverneur jedoch hinter den deutlich radikaleren Kürzungsvorschlägen der Kontrollkommission zurück. Die Gruppe hatte beispielsweise die Entlassung von 30 Prozent der Staatsbediensteten und Rentenkürzungen empfohlen.

Puerto Rico leidet unter einer schweren Haushaltskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden US-Dollar, hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Das Haushaltsdefizit liegt bei rund sieben Milliarden Dollar pro Jahr./dde/DP/zb

(AWP)