Putin sieht Gleichgewicht durch NATO-Raketenabwehr gefährdet

St. Petersburg (awp/sda/dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin hat die NATO-Raketenabwehr in Osteuropa als Gefahr für sein Land kritisiert. Die von den USA behauptete Gefahr durch iranische Atomraketen gebe es nicht, sagte Putin am Freitagabend in St. Petersburg.
18.06.2016 12:13

"Das heisst, wir hatten Recht, als wir sagten, dass man nicht ehrlich zu uns ist", sagte Putin im Gespräch mit führenden Nachrichtenagenturen. "Wenn eine Seite beim Aufbau einer Raketenabwehr erfolgreicher ist als die andere, verschafft sie sich einen Vorteil", sagte Putin.

Die Welt sei vor grossen Kriegen gerade durch eine Balance der Kräfte bewahrt worden. Russland werde sein Atompotenzial weiterentwickeln, um das Gleichgewicht zu halten, "nicht um zu drohen".

Die NATO hatte Mitte Mai in Rumänien eine erste Station in Betrieb genommen, die von Osten anfliegende Raketen abschiessen soll. Eine zweite wird in Polen gebaut.

Die NATO-Batterien mit Raketen von 500 Kilometer Reichweite seien leicht und ohne Kontrolle auf Raketen mit doppelter Reichweite umrüstbar, sagte Putin. "Das ist Teil des atomaren Angriffspotenzials." Putin war in seiner Heimatstadt zwei Tage lang Gastgeber des Internationalen Wirtschaftsforums gewesen.

(AWP)