qIfo-Chef sieht Frankreich auf schwierigem Reformweg

Vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich hat der Chef des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, vor überzogenen Erwartungen an den unabhängigen Kandidaten Emmanuel Macron gewarnt. Er sagte Macron habe kein klares Reformmandat.
17.04.2017 06:43

"Ein Sieg Macrons heisst nicht, dass dann alle Probleme gelöst sind", sagte der Ökonom der Deutschen Presse-Agentur. "Die Vorstellung, dass Macron an die Macht kommt und es dann leichter möglich wird, die erheblichen Probleme anzugehen - das ist für mich überhaupt nicht sichergestellt."

Der erste Durchgang bei den Präsidentschaftswahlen findet am 23. April statt, die Stichwahl folgt am 7. Mai. Zuletzt lagen in Umfragen die Favoriten Macron und die Chefin der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, gleich auf. Doch der Linksaussenpolitiker Jean-Luc Mélenchon holte auf. Bei der ersten Wahlrunde am 23. April treten neun Männer und zwei Frauen an.

Aus Sicht von Fuest muss sich zunächst zeigen, ob es Macron schafft, eine Mehrheit im Parlament zu bekommen. "Was Frankreich braucht, sind Reformen. Die Frage ist, ob die in dieser Konstellation auch umsetzbar sind."

(AWP)