Quellensteuerabkommen mit dem Vereinigten Königreich wird aufgehoben

Bern (awp) - Das Quellensteuerabkommen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich wird per 1. Januar 2017 aufgehoben. Auf diesen Zeitpunkt tritt das Abkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU) über den automatischen Informationsaustausch in Steuersachen in Kraft. Ein entsprechendes Abkommen zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich sei am heutigen Montag unterzeichnet worden, teilt der Bundesrat mit.
14.11.2016 17:39

Das Quellensteuerabkommen zwischen den beiden Ländern trat am Anfang 2013 in Kraft. Es ermöglichte im Sinne der Weissgeldstrategie des Bundesrats die Regularisierung in der Schweiz gehaltener Vermögenswerte britischer Steuerpflichtiger und die Besteuerung darauf anfallender Einkünfte. Gemäss diesem Abkommen hatten die britischen Steuerpflichtigen die Wahl, entweder eine direkt auf ihren Konten erhobene und den britischen Behörden anonym übermittelte Quellensteuer zu entrichten oder freiwillig Meldung zu erstatten. Dieses Modell verliere jedoch seine Daseinsberechtigung aufgrund der Einführung des automatischen Informationsaustauschs zwischen der Schweiz und der EU per Anfang 2017, der 28 Mitgliedstaaten und Gibraltar betrifft, heisst es.

Das Aufhebungsabkommen regelt insbesondere die Modalitäten bei der Überweisung der letzten Steuerbeträge und der Übermittlung der letzten freiwilligen Meldungen an die britischen Steuerbehörden. Die Bestimmungen des Quellensteuerabkommens bleiben weiter auf alle während ihrer Geltungsdauer eingetretenen Tatsachen und entstandenen Rechtsverhältnisse anwendbar.

Auch mit Österreich hat die Schweiz ein Quellensteuerabkommen abgeschlossen, das beim Übergang zum Standard des automatischen Informationsaustauschs mit der EU aufgehoben werden wird. Die beiden Länder hatten am 11. November 2016 ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

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(AWP)