Ratingagentur warnt Spanien vor Risiken durch politisches Patt

Madrid (awp/sda/reu) - Die politische Hängepartie in Spanien ist nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's schlecht für die Kreditwürdigkeit des EU-Landes. Durch die gescheiterte Regierungsbildung werde das Risiko einer dritten Wahl binnen eines Jahres erhöht, warnten die Bonitätsprüfer in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.
05.09.2016 13:42

Dadurch werde zugleich die Aussicht auf Struktur- und Haushaltsreformen verringert. Moody's beurteilt die Bonität des Landes mit der Note "Baa2", die nur leicht über Ramschniveau liegt. Der Ausblick wird bislang jedoch als stabil angesehen. Am 14. Oktober steht eine Überprüfung der Bewertung an.

Spaniens amtierender Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte am Freitag eine zweite Vertrauensabstimmung innerhalb weniger Tage im Parlament verloren. Damit verweigerten die Abgeordneten dem Konservativen eine zweite Amtszeit als Regierungschef. Spanien könnte nun im Dezember auf die dritte Parlamentswahl innerhalb von zwölf Monaten zusteuern.

Seit mehr als acht Monaten regiert Rajoy als geschäftsführender Ministerpräsident, da sich das im Dezember 2015 entstandene Patt auch durch die Neuwahlen im Juni bislang nicht lösen liess. Spanien ist wegen einer zu grossen Haushaltslücke ins Visier der EU-Kommission geraten, die auf eine Konsolidierung dringt. Die Wirtschaft wächst trotz der Hängepartie jedoch kräftig.

(AWP)