Rega so oft im Einsatz wie noch nie

Alle 35 Minuten hat die Rega im vergangenen Jahr einen Einsatz organisiert, insgesamt 15'093. Das ist ein leichter Anstieg um 0,3% gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekord. Ein lasergestütztes Hinderniswarnsystem soll für Patienten und Crews noch mehr Sicherheit bringen.
06.04.2017 14:26

Die drei Ambulanzjets waren 2016 so oft unterwegs wie noch nie. Sie brachten in 858 Einsätzen (+4,6%) insgesamt 869 Patienten (+5,3%) aus aller Welt zurück in die Schweiz. Die Zahl der Helikopter-Einsätze ging dagegen um 1,2% leicht zurück auf 11'055.

Wie oft die Helikopter unterwegs sind, hängt stark von den Wetterbedingungen und vom Freizeitverhalten ab. So flogen sie beispielsweise im schneearmen Februar 17,6% weniger Einsätze als im Jahr zuvor. Das schöne Wetter im September liess dagegen die Zahl der Helikopter-Einsätze um 18,2% steigen.

Häufigste Alarmursache für einen Helikoptereinsatz sind jedoch Krankheiten, wie Rega-Chef Ernst Kohler am Donnerstag vor den Medien in Zürich sagte. Etwa bei akuten Herz-Kreislauferkrankungen oder Schlaganfällen kann ein schneller Transport ins Spital lebensrettend sein.

Um 12% gestiegen ist auch die Zahl der Patienten, die an Bord von Linienflugzeugen nach Hause transportiert wurden. Diese ökonomische und ökologische Alternative zum Ambulanzjet wird dann eingesetzt, wenn der Gesundheitszustand es zulässt und der Transport für Patient und Mitreisende zumutbar ist.

LASERSYSTEM WARNT VOR HINDERNISSEN

Um die Sicherheit von Patienten und Crews weiter zu verbessern, setzt die Rega als erste zivile Luftrettungsorganisation der Welt auf ein lasergestütztes Hinderniswarnsystem. Dabei wird die Umgebung vor dem Helikopter permanent von einem Laser gescannt.

So können auch schwer erkennbare Objekte, wie dünne Kabel und Masten in bis zu zwei Kilometern Entfernung erkannt werden. Der Pilot erhält sowohl ein akustisches als auch ein optisches Signal. Im Vergleich zu passiven Warnsystemen, die auf eine Flughindernis-Datenbank zurückgreifen, warnt das Lasersystem auch vor Hindernissen, die auf keiner Karte verzeichnet sind.

Gemeinsam mit dem Helikopterhersteller Leonardo wird nun geprüft, wie präzise und zuverlässig das System funktioniert - etwa beim Einsatz in Bergtälern mit vielen Hindernissen, wie beispielsweise Seilbahnkabeln oder Heuseilen aus der Berglandwirtschaft. Die Testflüge finden diesen Frühling in Norditalien statt.

Das System soll dann in den drei neuen allwettertauglichen Rettungshelikoptern AW 169-FIPS eingesetzt werden. Diese werden die ersten Helikopter ihrer Gewichtsklasse sein mit einer voll funktionsfähigen Enteisungsanlage. Die drei Helikopter kosten 52 Millionen Franken und werden ab 2021 von zwei Rega-Basen aus operieren.

MEDIZINISCHE VERSORGUNG AUF NEUESTEM STAND

Neben der Flotte soll jedoch auch die medizinische Versorgung der Patienten auf dem neuesten technischen Stand sein. Neu steht den Crews ein Video-Laryngoskop zur Verfügung. Damit können sie beim Einführen eines Beatmungsschlauchs in die Luftröhre dessen Lage auf einem Bildschirm genau erkennen.

Zwar sind solche Geräte in Spitälern bereits in Betrieb, für den Einsatz bei Wind und Wetter gelten jedoch andere Anforderungen. So muss beispielsweise das Bild auf dem Display auch im grellen Sonnenlicht und im Schnee deutlich sichtbar sein. Ausserdem müssen die Geräte mobil und robust sein.

Die Arbeit der Rega haben im vergangenen Jahr insgesamt 3,376 Mio Gönnerinnen und Gönner unterstützt. Das sind 93'000 mehr als im Vorjahr. Mit ihren Beiträgen können mehr als 60% der Gesamtkosten gedeckt werden.

"Die Rega ist gut aufgestellt" sagte Kohler. Das Jahr 2016 schliesst mit einem Betriebsergebnis von 5,4 Mio CHF. Der grösste Teil der Investitionen fliesst in die Erneuerung der Flotte.

dm

(AWP)