Reuters «tötet» George Soros

Der Nachrichtenagentur Reuters ist ein peinlicher Fehler unterlaufen. Sie vermeldete den Tod George Soros'. Doch die Investorenlegende lebt.
19.04.2013 06:57
Von Daniel Hügli
George Soros am WEF 2013 in Davos.
George Soros am WEF 2013 in Davos.
Bild: cash

In der Nacht auf Freitag veröffentlichte Reuters einen Artikel über das Ableben der Investorenlegende George Soros. Bloss: George Soros ist gar nicht tot.

"There was an erroneous report on Reuters newswire this evening stating that George Soros had died. Let me assure you that this is incorrect. George Soros is alive and well", schreibt Michael Vachon, der Sprecher von Soros, in einer Mitteilung an die Empfänger des Soros-Newsletters.

Reuters hatte irrtümlicherweise einen Nachruf publiziert, den ein Journalist schon vor Soros' Ableben geschrieben hatte. "George Soros, who died XXX at age XXX, was predatory and hugely successful financier and investor...", lautet der erste Satz des Nachrufs.

Der Artikel erschien nur kurz, dennoch kursieren im Internet Screen-Shots des Original-Artikels. Reuters schrieb kurz darauf kleinmütig, sie bedauere den "Irrtum". In der Medienbranche ist es üblich, dass Journalisten Artikel über bekannte Personen schreiben, die bereits ein gewisses Alter erreicht haben. Ebenso üblich ist, dass solche Artikel aus Versehen dann veröffentlicht werden.

Der Ungarn-stämmige Soros ist 82 Jahre alt. Sein Vermögen wird auf 23 Milliarden Dollar geschätzt. Er begründete seinen Ruhm innerhalb der Investment-Branche Anfang der 1990er Jahre, als er mit massiven Wetten gegen das Pfund Sterling ein Vermögen machte und die britische Währung in die Knie zwang. Einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Februar zufolge verdiente sein Hedgefonds allein an der jüngsten Abwertung des japanischen Yen mehr als eine Milliarde Dollar.