Ringen um erste Kompromisse bei den Brexit-Verhandlungen

Knapp fünf Monate nach Beginn der Brexit-Gespräche suchen Grossbritannien und die Europäische Union immer noch Kompromisslinien zu den ersten grossen Knackpunkten. "Es ist jetzt höchste Zeit, die wichtigsten Prinzipien eines geordneten Ausstiegs zu klären", forderte EU-Chefunterhändler Michel Barnier am Donnerstag auf Twitter. In Brüssel kamen Experten beider Seiten zur sechsten Verhandlungsrunde zusammen. Zum Abschluss will Barnier am Freitag mit Brexit-Minister David Davis erneut Zwischenbilanz ziehen.
09.11.2017 13:22

Grossbritannien will die EU im März 2019 nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft verlassen. Bis dahin sollen die Bedingungen einer gütlichen Trennung und Eckpunkte eines Vertrags über die künftigen Beziehungen vereinbart sein. Die EU will zunächst Geständnisse bei drei Themen, die ihr besonders wichtig sind: Zahlungen Grossbritanniens für gemeinsam eingegangene Verpflichtungen, Garantien für EU-Bürger in Grossbritannien und eine Klärung der künftigen Lage an der irisch-nordirischen Grenze.

Erst wenn die EU offiziell "ausreichende Fortschritte" bei allen drei Punkten feststellt, will sie über die künftigen Beziehungen sprechen, was Grossbritannien besonders wichtig ist. Im Oktober hatten die Staats- und Regierungschefs der 27 bleibenden EU-Länder festgehalten, dass es noch nicht so weit sei. Doch stellten sie in Aussicht, Mitte Dezember die zweite Phase der Gespräche einzuläuten./vsr/DP/zb

(AWP)