Ringier lehnt Kaufangebot für Blick-Gruppe ab

Die Blick-Gruppe weckt Begehrlichkeiten. Nachdem im Januar ein Kaufangebot eingegangen war, haben Ringier-Chef Marc Walder und der Basler Wirtschaftsanwalt Martin Wagner ein "ausführliches Gespräch" über dieses Angebot geführt. Da die Blick-Gruppe jedoch nicht zum Verkauf stehe, habe Ringier später eine Absage erteilt.
12.03.2017 15:38

Danja Spring, Sprecherin von Ringier, bestätigte entsprechende Meldungen der "NZZ am Sonntag". Angesichts der bestehenden Verbindungen von Martin Wagner zum Hause Ringier und der Tatsache, dass dieser in der Vergangenheit bei diversen Mediendeals eine Rolle gespielt habe, sei es selbstverständlich gewesen, sich darüber mit ihm zu unterhalten. "Walter Frey wurde gegenüber Ringier als Hauptinvestor genannt", schreibt sie.

Wagner seinerseits teilte der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage mit, er habe ein schriftliches Angebot über 200 Mio CHF unterbreitet. Investoren seien darin nicht namentlich erwähnt. Dass als Hauptinvestor der Autohändler und ehemalige SVP-Nationalrat Walter Frey genannt wurde, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt, bestätigte Wagner nicht.

Für Ringier sei es plausibel gewesen, dass Anwalt Wagner seinen Klienten Frey als Hauptinvestor im Gespräch benannt und sich ausführlich zu dessen Medienengagement geäussert habe, schreibt Ringier dazu.

Da es inzwischen kein Zielobjekt mehr gebe, gebe es auch keine Investorengruppe mehr, teilte Wagner mit. Das hohe Kaufangebot basiere auf einem "genialen, digitalen Sporttageszeitungsmodell mit Paid Content". Wagner bestätigte eine entsprechende Meldung der "Schweiz am Wochenende". Christoph Blocher habe mit diesen Plänen nichts zu tun, und es gebe auch keine versteckte politische Agenda.

Gegenüber der "Schweiz am Wochenende" dementierte Frey, ein Investitionsangebot direkt oder indirekt unterbreitet zu haben. Die sda konnte ihn für eine Stellungnahme nicht erreichen.

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(AWP)