Rohstoffe - Merkel klagt über Stahl-Dumping und nennt China als Mitschuldigen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Dumpingpraktiken auf dem Welt-Stahlmärkten kritisiert und China dafür eine Mitverantwortung gegeben.
12.08.2017 14:10
Stahlarbeiter in den USA. Die Handelspraktiken auf dem Stahlmärkten sind seit langem ein grosses Streitthema.
Stahlarbeiter in den USA. Die Handelspraktiken auf dem Stahlmärkten sind seit langem ein grosses Streitthema.
Bild: pixabay.com

Beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli hätten sich die großen Industrie- und Schwellenländer intensiv mit diesem Thema beschäftigt, sagte Merkel bei einer Podiumsdiskussion ihrer Partei am Samstag in Dortmund. Sie sprach von "Dumpingvorgängen, vieles auch aus China kommend", die die Preisbasis beim Stahl zerrüttet hätten. Zugleich würden dann noch an die Stahlindustrie vielerorts höchste Umweltanforderungen gestellt, die für die Branche teils gar nicht erreichbar seien.

Merkel nannte die Stahlbranche ein Feld, das exemplarisch für die Globalisierung stehe. Sie unterstrich in diesem Zusammenhang zugleich die Bedeutung, die die Industrie insgesamt für Deutschland als Wirtschaftsstandort mit einem Anteil von gut 20 Prozent an der hiesigen Wertschöpfung hat. "Jeder Industriearbeitsplatz zieht natürlich eine ganz Reihe anderer Arbeitsplätze nach sich", beschrieb sie zentrale Rolle des verarbeitenden Gewerbes. Insofern sei die industrielle Stärke Deutschland eine Grundvoraussetzung dafür, dass Deutschlands Arbeitsmarkt vergleichsweise gut dastehe.

Die Handelspraktiken auf dem Stahlmärkten in der Welt sind seit langem ein großes Streitthema in der internationalen Handelspolitik. So wirft US-Präsident Donald Trump chinesischen, aber auch deutschen und anderen europäischen Stahlproduzenten, Dumping-Praktiken vor. Seine Regierung hat als Antwort darauf bereits in Einzelfällen Strafzölle verhängt und untersucht weitere Verdachtsfälle.

Aber auch die Europäer werfen China, dem weltweit größten Stahlproduzenten mit riesigen Überkapazitäten, Preisdumping vor und verhängten gerade erst wieder Strafzölle gegen China-Importe einiger Stahlsprodukte. Beim G20-Gipfel in Hamburg war beschlossen worden, zunächst zu versuchen, diese Probleme auf multilateraler Ebene in einem globalen Stahlforum zu entschärfen - bislang ohne sichtbare Erfolge.

(Reuters)