Rückläufiger Trend bei der Zuwanderung hält an

Bern (awp/sda) - Der Migrationsdruck lässt weiter nach. Von Januar bis September 2016 sind netto fast ein Fünftel weniger Personen in die Schweiz eingewandert als in der Vergleichsperiode des Vorjahres.
27.10.2016 15:16

Schon 2014 und 2015 ging die Zuwanderung in die Schweiz zurück. Diese Tendenz hält auch im laufenden Jahr an, wie die am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Staatssekretariats für Migration (SEM) zeigen. Bis September wanderten 106'400 Personen ein, 6,9% weniger als in der Vorjahresperiode.

Zugleich nahm die Auswanderung um 4,7% auf 58'300 Personen zu. Unter dem Strich wuchs die ständige ausländische Wohnbevölkerung in diesem Jahr noch um 44'300 Personen. Gegenüber den ersten neun Monaten 2015 bedeutet dies ein Minus von 18,3%.

Gemäss SEM hat der Wanderungssaldo sowohl bei den Staatsangehörigen der EU/EFTA-Länder (-20,8%) als auch bei den Drittstaatsangehörigen (-13,0%) abgenommen.

AUCH ANDRANG IN ARBEITSMARKT GEHT ZURÜCK

Hauptgrund für den Zuzug in die Schweiz bleibt die Erwerbstätigkeit. Insgesamt trafen fast 104'000 Personen aus den EU/EFTA-Raum ein, um hier zu arbeiten. Gegenüber September 2015 ist dies eine Abnahme von 7,8%. In dieser Zahl sind auch die Inhaberinnen und Inhaber einer Kurzaufenthaltsbewilligung eingerechnet.

Weniger Menschen kamen auch im Rahmen des Familiennachzugs in die Schweiz, nämlich noch 34'100 (-5,1%). Vorwiegend handelt es sich um Italiener, Deutsche, Portugiesen und Franzosen. Jede fünfte dieser Personen ist Familienangehöriger einer Schweizerin oder eines Schweizers.

Weiter zugenommen hat in den ersten drei Quartalen 2016 die Zahl der Einbürgerungen. Sie erhöhte sich um 14% auf knapp 29'200. Am häufigsten erhielten Personen aus Italien, Portugal und Frankreich den Schweizer Pass.

2,02 MIO AUSLÄNDER

Ende September 2016 lebten nach den Zahlen des SEM total 2'021'525 Ausländerinnen und Ausländer in der Schweiz, 1,7% mehr als ein Jahr zuvor. Davon waren mehr als zwei Drittel (68,5%) Bürgerinnen und Bürger von EU/EFTA-Staaten.

Am stärksten gewachsen ist der Ausländerbestand im Vergleich zum Vorjahr bei Staatsangehörigen aus Italien (+4700), Frankreich (+4200) und Eritrea (+2800). Rückläufig waren hingegen die Zahlen bei Balkanländern wie Serbien (-1800) und Bosnien (-600) und der Türkei (-720).

(AWP)