Banken-Deregulierung - Rücktritt eines Notenbankers gibt Trump mehr Spielraum

US-Präsident Donald Trump hat bei seiner geplanten Deregulierung der Banken bald einen einflussreichen Gegner weniger.
11.02.2017 12:19
Wird die Finanzwelt wieder unsicherer? An der Wall Street gelten bald neue Regeln.
Wird die Finanzwelt wieder unsicherer? An der Wall Street gelten bald neue Regeln.
Bild: Pixabay

Mit Daniel Tarullo kündigte am Freitag ein wichtiger Gouverneur der US-Notenbank Federal Reserve seinen Rücktritt für Anfang April an.

Damit verabschiedet sich ein im geldpolitischen Ausschuss stimmberechtigtes Fed-Führungsmitglied, das Trumps Kurs kritisch gegenübersteht. Das Vorhaben des Präsidenten, die im Zuge der letzten grossen Finanzkrise verschärften Spielregeln an den Finanzmärkten wieder zu lockern, dürfte nun auf geringeren Widerstand treffen.

Tarullo war 2009 von Trumps Vorgänger Barack Obama berufen worden, seine Amtszeit wäre eigentlich noch bis Anfang 2022 gelaufen. Der 64-Jährige ist in der Zentralbank für Finanzstabilität sowie die Aufsicht und Regulierung von Banken zuständig. Er gilt als Verfechter straffer Zügel für Finanzinstitute.

Tarullo war eine treibende Kraft der Gesetzesreform "Dodd-Frank Act", die sicherstellen sollte, dass Steuerzahler nicht erneut Banken vor der Pleite retten müssen. Eben dieses Regelwerk will Trump jetzt wieder zurückdrehen. Vor einer Woche unterzeichnete er eine entsprechende Anordnung im Weissen Haus.

Fed-Chefin Janet Yellen lobte Tarullo in der Mitteilung zum Rücktritt ausdrücklich für seinen Einsatz bei der Bankenregulierung nach der Finanzkrise. Trump will auch Yellen loswerden. Er hatte angekündigt, die seit 2014 an der Spitze der Notenbank stehende Ökonomin nach Ablauf ihrer Amtszeit im Februar 2018 ersetzen zu wollen.

(AWP)