Rückschlag für alpenquerenden Schienengüterverkehr im ersten Halbjahr

Der Schienengüterverkehr durch die Alpen hat im ersten Halbjahr 2017 nicht an das Wachstum der Vorjahre anknüpfen können. Gleichzeitig ging der alpenquerende Lastwagenverkehr auf den tiefsten Stand seit 1999 zurück.
19.09.2017 17:00

In den ersten sechs Monaten überquerten 14,6 Mio Tonnen Güter Gotthard und Simplon auf der Schiene. Das sind 200'000 Tonnen oder 1,5% weniger als im ersten Semester 2016, wie das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Dienstag mitteilte. Der Bahnanteil am gesamten alpenquerenden Güterverkehr sank von 71,3 auf 70,9%.

Laut BAV handelt es sich um den ersten Einbruch auf der Schiene seit 2013. Als Grund dafür nennt das Amt neben dem Wettbewerbsdruck die grosse Bautätigkeit. Diese habe zusammen mit der hohen Auslastung zu Kapazitätsengpässen geführt. Wegen des Unterbruchs der Rheintalbahn bei Rastatt (D) und der Totalsperre für den Ausbau der Luino-Strecke auf der Gotthard-Achse sei auch für das zweite Halbjahr mit einem Rückgang zu rechnen.

7000 Lastwagen weniger

Auch auf der Strasse ging der Güterverkehr durch die Alpen im ersten Halbjahr zurück. Die Zahl der alpenquerenden Fahrten schwerer Güterfahrzeuge verringerte sich gemäss BAV auf 489'000. Im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode fuhren damit 7'000 Lastwagen weniger (-1,5%) durch die Schweizer Alpen.

Die Zahl der Fahrten sank auf den tiefsten Halbjahreswert seit Inkrafttreten des Verkehrsverlagerungsgesetzes im Jahr 1999. Gleichzeitig konnte die Auslastung gesteigert werden. Das zeigt sich im Transportaufkommen auf der Strasse, das mit mit knapp 6 Millionen Tonnen (+0,1%) nahezu unverändert blieb.

Alpen-Initiative für weitere Anstrengungen

Die Alpen-Initiative erklärt sich in einer Stellungnahme erfreut über den Rückgang des Schwerverkehrs. Sie fordert aber weitere Massnahmen, damit das Verlagerungsziel der Initiative von maximal 650'000 Lastwagen pro Jahr erreicht werden könne. Neben gleichen Rahmenbedingungen für Bahn und Strasse werden unter anderem CO2-Limiten und eine Alpenstransitabgabe für Lastwagen verlangt.

mk

(AWP)