Ruhani: Der Iran wird Katar nicht in Stich lassen

Der Iran wird nach Aussagen von Präsident Hassan Ruhani den Golfnachbarn Katar in der aktuellen Krise nicht im Stich lassen. "Die derzeitige Isolierung Katars ist inakzeptabel, wir jedoch werden weder die Regierung noch das Volk Katars im Stich lassen", sagte Ruhani in einem Telefonat mit Katars Emir Hamad al-Thani am Sonntag. Alle iranischen Grenzen würden für die "Brüder" in Katar offen bleiben und Teheran sei bereit, die guten Beziehungen mit Doha sogar auszubauen, betonte der iranische Präsident.
25.06.2017 21:08

Saudi-Arabien, Ägypten, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am 5. Juni ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen, den Luftverkehr gestoppt und die Grenzen geschlossen. Sie beschuldigen Katar, Terrororganisationen zu unterstützen. Unter anderem fordern die vier Staaten von Katar, binnen zehn Tagen seine Beziehungen zum Iran einschränken, die türkischen Soldaten aus dem Land werfen und den Sender Al-Dschasira zu schliessen.

Ruhani sagte, Differenzen könnten in der heutigen Zeit nicht mehr mit Drohungen und Sanktionen gelöst werden. Auch die Krise zwischen Katar und den drei Golfstaaten sowie Ägypten sollte seiner Ansicht nach über rationale Verhandlungen gelöst werden. Dabei könnte auch der Iran mithelfen, sagte Ruhani.

Die Arme Katars seien offen für den Iran, zitierte das Webportal des iranischen Präsidialamts den Emir Katars. Dohas Beziehungen zu Teheran seien stets gut gewesen und könnten auch ausgebaut werden. Al-Thani zufolge sei die islamische Welt derzeit in einer schwierigen Phase, die nur durch Weisheit und Dialog gelöst werden könne./str/fmb/DP/she

(AWP)