Russische Behörden ordnen Sperrung von Videoportal Dailymotion an

Die Videoplattform Dailymotion dürfte in Russland bald offline sein. Die Behörden hätten die Sperrung angeordnet, weil Urheberrechte des TV-Senders Piatniza verletzt worden seien, teilte der Senderinhaber Gazprom Media am Mittwoch mit.
25.01.2017 17:25

Ein Sprecher der Medienaufsicht sagte der Tageszeitung "Wedomosti", die Sperrung könne im Laufe der Woche erfolgen. Am Mittwoch war Dailymotion in Russland zunächst noch zu erreichen. Auf der Videoplattform waren nach Angaben von Gazprom Media immer wieder Ausschnitte aus beliebten Sendungen von Piatniza zu sehen, einem Kanal für Reality-Shows.

Anfang Dezember habe ein Moskauer Gericht der Forderung des Senders stattgegeben, Dailymotion in Russland zu sperren. Da die Plattform sich nicht innerhalb der vorgesehenen Frist dagegen gewehrt habe, werde die Gerichtsentscheidung nun umgesetzt.

Ein Sprecher von Dailymotion sagte der Nachrichtenagentur AFP, dem Unternehmen sei die Lage bekannt. Allerdings habe die Rechtsabteilung "keine Spur" einer Forderung finden können, bestimmte Inhalte von der Seite zu löschen. Dailymedia stehe in Kontakt mit den Behörden, um die Situation zu klären. Die Plattform gehört dem französischen Medienkonzern Vivendi.

Russische Internetseiten waren lange für ein grosses Angebot an illegal kopierten Filmen und Musikinhalten bekannt. In den vergangenen Jahren zeigt die Regierung aber zunehmend Härte gegen die Verbreiter solcher Inhalte. Die gesetzlichen Vorschriften wurden deutlich verschärft. Dies war eine zentrale Bedingung für den Beitritt Russlands zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2012.

(AWP)