Russisches Importverbot kostet Lettland bis zu 267 Millionen Euro

RIGA (awp international) - Die Verlängerung des russischen Einfuhrstopps für Lebensmittel aus der EU dürfte den lettischen Agrarsektor mehr als 100 Millionen Euro kosten. Dies berichtete die Zeitung "Neatkariga Rita Avize" am Donnerstag unter Berufung auf einen Bericht des Landwirtschaftsministeriums in Riga. Demnach könnten sich durch die erneute Ausweitung des Embargos bis Ende 2017 die Verluste für Milchbauern und Schweinezüchter in dem Baltenstaat von bisher 156 auf 267 Millionen Euro erhöhen. Moskau hatte 2014 als Reaktion auf die EU-Sanktionen wegen der Ukraine-Krise ein Importverbot verhängt.
30.06.2016 11:04

Zu schaffen machen der Fleisch- und Milchbranche dem Bericht zufolge besonders die sinkenden Preise auf den Erzeugermärkten. Landwirte und Verarbeitungsbetriebe könnten oft nicht einmal ihre Betriebskosten decken. So seien etwa die Milchpreise in Lettland nach Berechnungen des Ministeriums seit Beginn des Embargos um 38 Prozent gefallen.

Die Agrarbranche spielt in Lettland eine wichtige Rolle. Traditionell unterhält das baltische EU- und Euro-Land in diesem Bereich enge Handelsbeziehungen zum Nachbarn Russland. Durch das Embargo ist vielen lettischen Erzeugern ein wichtiger Markt versperrt. Dem Zeitungsbericht zufolge sind davon 80 Prozent aller Milchbauern im Land unmittelbar oder indirekt betroffen./awe/DP/stb

(AWP)