Russland: Drosselung der Ölproduktion noch kein Thema

MOSKAU (awp international) - Im Streit um eine Stabilisierung des Ölmarkts zieht Russland vorerst keine Drosselung der Ölförderung in Betracht. Das Land erwäge zunächst ein Einfrieren auf bisherigem Niveau, sagte Energieminister Alexander Nowak am Dienstag Agenturen zufolge am Rande einer Weltenergiekonferenz in Istanbul. "Die Senkung der Ölförderung ist ein Instrument, das von der Organisation erdölexportierender Länder immer wieder genutzt wurde", sagte er.
11.10.2016 15:58

Das Ölkartell Opec hatte Ende September in Algier beschlossen, die tägliche Produktion auf 32,5 Millionen bis 33 Millionen Barrel zurückzufahren. Die Entscheidung soll im November bei einem informellen Treffen bestätigt werden. Verteilt werden auch Quoten für einzelne Länder. Russland ist kein Mitglied der Opec. Für Mittwoch plant Nowak in Istanbul ein Treffen mit Opec-Kollegen.

Der Vizechef des russischen Energiekonzerns Lukoil, Leonid Fedun, sagte in Istanbul, dass "alle russischen Ölförderer die Produktion senken werden", sollte die Regierung doch die Drosselung beschliessen. Die Förderung müsse für mindestens ein Jahr eingefroren werden.

Michail Leontjew, Vizechef von Russlands grösstem Ölproduzenten Rosneft, kündigte an, dass sein Unternehmen den Beschluss erfüllen werde, sollte die Regierung die Pflicht zum Einfrieren eingehen. Dem Wirtschaftsministerium zufolge könnte Russland im laufenden Jahr 545 Millionen Tonnen Öl fördern, nach 534 Millionen Tonnen im vergangenen Jahr./am/wo/DP/jha

(AWP)