Russland gewährt Venezuela Schulden-Aufschub - Wirtschaft besorgt

Russland greift dem krisengeschüttelten Venezuela mit einer Umschuldung unter die Arme. Wie das russische Finanzministerium am Mittwoch in Moskau mitteilte, wurde eine Vereinbarung über die Restrukturierung von Staatsschulden in Höhe von 3,15 Milliarden US-Dollar unterzeichnet.
15.11.2017 14:34

Die Umschuldung soll sich über die nächsten zehn Jahre hinziehen und "minimale" Zahlungen seitens Venezuela innerhalb der ersten Jahre vorsehen.

Der südamerikanische Staat steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise. Dem sozialistisch geführten Land droht die Staatspleite. Zudem kämpft Venezuela gegen eine enorme Inflation. Russland gilt als enger Partner der venezolanischen Führung. Vor allem der russische Energiekonzern Rosneft engagiert sich mit Geschäften in dem ölreichen Land.

Mit der Vereinbarung erhält das sozialistisch regierte südamerikanische Land etwas Luft zum Atmen, wenngleich die Forderungen Russlands nur einen kleinen Teil der Gesamtschulden Venezuelas ausmachen.

Angesichts der akuten Zahlungsprobleme warnt die deutsche Wirtschaft auch vor erheblichen Ausfallrisiken für einige Unternehmen. "Das gilt insbesondere für die Unternehmen, die in der Vergangenheit Waren und Dienstleistungen an den venezolanischen Staat oder seine Staatsunternehmen geliefert haben", sagte der Aussenwirtschaftschef des Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.

"Viele von ihnen haben noch erhebliche Aussenstände." Ihnen gegenüber sei das Land im Zahlungsverzug - zum Teil schon seit Jahren. "Wenn die Finanzlage im einst reichsten Staat Lateinamerikas tatsächlich so hoffnungslos ist wie es den Anschein hat, droht ein Totalverlust."

(AWP)