Salzgitter kann US-Dumpingvorwürfe nicht nachvollziehen

Im US-Anti-Dumpingverfahren gegen deutsche und andere europäische Stahlunternehmen hat der zweitgrösste deutsche Stahlhersteller Salzgitter die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Weder die Entscheidung noch die Höhe der drohenden Importzölle seien nachvollziehbar, sagte Konzernsprecher Bernhard Kleinermann am Freitag. Das US-Geschäft hat seinen Angaben zufolge einen Anteil von sechs Prozent am Umsatz des Stahlkochers.
31.03.2017 12:32

Die US-Regierung sieht Dumping-Vorwürfe gegen mehrere ausländische Stahlproduzenten bestätigt, darunter neben der Salzgitter AG auch die Dillinger Hütte. Die Regierung geht von Dumping aus, wenn Produkte unter ihrem "fairen Wert" verkauft werden. Die USA kündigten an, ihre Handelsgesetze energisch durchsetzen und wenn nötig auch rückwirkend Zölle eintreiben zu wollen. Der Salzgitter AG werden "Dumping-Raten" von 22,9 Prozent unterstellt. Damit gemeint ist der Prozentsatz, um den nach Auffassung der US-Regierung der Preis unter die Herstellungskosten gedrückt worden ist.

Schon zuvor hatte der zweitgrösste deutsche Stahlhersteller die Dumpingvorwürfe als haltlos bezeichnet. Bei dem Anti-Dumping-Verfahren gehe es um Grobblech, mit dem ein eigenes Rohrwerk in den USA versorgt werde. Kleine Mengen seien auch ausserhalb dieses Rohrwerks in den USA verkauft worden. Salzgitter soll Waren unterhalb der Herstellungskosten verkauft haben./tst/DP/tos

(AWP)