Samih Sawiris will Flüchtlingsstadt bauen

Billig-Städte in Ägypten statt Flüchtlingsexodus: Der ägyptische Investor Samih Sawiris möchte eine Stadt bauen, um syrischen Flüchtlingen eine Alternative zur Flucht nach Europa zu bieten.
09.10.2016 12:31
Orascom-Chef Samih Sawiris.
Orascom-Chef Samih Sawiris.
Bild: Bloomberg

Er hofft für sein Projekt auch auf Geld aus der Schweiz. "Ich bin immer noch überzeugt, dass es für alle das Beste ist, den Menschen in der Region eine Zukunft zu bieten", sagte Sawiris im Interview mit dem "SonntagsBlick". Als Vorbild für das Städteprojekt nennt er Haram City - eine Stadt mit Billig-Wohnungen, die er bei Kairo aufgebaut hat. 70'000 Menschen leben dort bereits.

Eine Wohnung würde 20'000 Euro kosten. "Eine syrische Familie wäre damit sehr zufrieden." Vor längerer Zeit habe er vorgeschlagen, in Syrien an der Grenze zur Türkei eine solche Stadt zu bauen. "Die Türken waren sogar einverstanden, sie zu beschützen. Aber Europa hatte kein Interesse." Damals habe sich niemand dafür interessiert, weil die Flüchtlinge noch nicht massenweise nach Europa kamen.

Eine solche sichere Zone in Syrien, wie sie ihm damals vorschwebte, hält Sawiris heute nicht mehr für machbar. "Aber man könnte in Ägypten eine Stadt wie Haram City aufbauen." Damit es kein Flüchtlingslager werde, würde sie von Ägyptern und Syrern zu gleichen Teilen belebt.

Flüchtlinge günstiger unterbringen

Es gebe in Ägypten fünf Millionen Flüchtlinge. Ein Teil könnte in die Stadt ziehen. "Aber warum nicht auch Flüchtlinge, die jetzt zum Beispiel in der Schweiz sind?" Das würde die Schweiz einen Bruchteil von dem kosten, was Flüchtlinge in der Schweiz kosten, sagte Sawiris. Er selbst wolle auf seinen Gewinn verzichten.

Sawiris sagt, er stehe zwar nicht mit dem Bundesrat in Kontakt, jedoch mit Schweizer Politikern. Namen will er keine nennen. Die Gespräche seien im Moment noch vertraulich.

Sawiris ist in der Schweiz für sein Tourismus-Resort mit Luxushotel und Skigebiet in Andermatt bekannt. Nach eigenen Angaben investierte er bisher eine halbe Milliarde Franken in das Projekt. Die Gewinnschwelle ist noch nicht erreicht.

(SDA)