Santander kippt wegen Brexit Aufspaltung des britischen Geschäfts

LONDON (awp international) - Die spanische Grossbank Santander versucht einem Bericht zufolge wegen der Brexit-Unsicherheiten um die Aufspaltung ihres britischen Geschäfts herumzukommen. Mit diesem Schritt wollen die Spanier bei einer möglicherweise notwendigen Verlagerung von Teilen des britischen Geschäfts infolge des geplanten EU-Austritt des Landes flexibler sein, wie die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag berichtete.
28.11.2016 08:39

Die spanische Bank, die nach Übernahmen von einigen Häusern wie Abbey National, Alliance & Leicester oder Bradford & Bingley zu den grössten Banken Grossbritanniens zählt, hat die Aufspaltung schon beschlossen und im Januar angekündigt. Das Geschäft sollte wie von der britischen Regierung eigentlich gewünscht in eine Bank für Privatkunden und kleine Unternehmen sowie in eine für Investmentbanking und grosse Firmenkunden aufgeteilt werden.

Diese Aufteilung von Banken beziehungsweise das Abschirmen von Risiken einzelner Sparten war von der Regierung beschlossen worden und soll eigentlich ein Baustein sein, um künftige Bankenkrisen zu verhindern. Bis 2019 sollen eigentlich alle Institute mit mehr als 25 Milliarden Pfund an Einlagen diesen Schritt vollzogen haben. Doch durch das Brexit-Votum werden die Karten vor allem für Banken neu gemischt.

Noch ist vollkommen unklar, wie sich der Austritt auf die Branche auswirkt. Santander wolle sich jetzt auf jeden Fall nicht mehr aufspalten, da die Folgen des Brexit für zwei alleinstehende Institute nur sehr schwer zu meistern sind, heisst es in dem Bericht. Stattdessen sollen jetzt andere Schritte geprüft werden, um die Auflagen der britischen Regierung zu meistern. So könnte ein Teil des Geschäfts unter das Dach der Londoner Filiale der spanischen Mutter schlüpfen./zb/fbr

(AWP)