Santésuisse fordert tiefere Margen bei Medikamenten

Bern (awp/sda) - Der Krankenkassenverband santésuisse fordert tiefere Handelsmargen auf Medikamenten. Im Vergleich zum Ausland hätten Schweizer Versicherte im Jahr 2015 458 Mio CHF zu viel bezahlt. Dies entspreche rund 1,5 Prämienprozenten.
25.11.2016 09:30

Diesen Schluss zieht der Branchenverband aus seinem fünften internationalen Margenvergleich, wie er am Freitag mitteilte. Die Medikamente belasteten die Grundversicherung 2015 mit rund 6 Mrd CHF. Davon seien 1,7 Mrd als Handelsmarge an Apotheken, Ärzte und Spitäler geflossen.

"Grundsätzlich sollten sich die Margen an den effektiven Kosten bei kostengünstiger Leistungserbringung im jeweiligen Vertriebskanal orientieren und sich dem Durchschnitt der europäischen Vergleichsländer annähern", fordert der grösste Verband der Krankenversicherungen.

VOR ZEHN JAHREN ANGEPASST

Santésuisse fordert den Bundesrat auf, die Margen nach unten anzupassen. Dafür braucht es eine Verordnungsänderung. Die letzte Anpassung gab es vor zehn Jahren.

Für den Margenvergleich zog santésuisse die neun Referenzländer heran, auf die sich das Bundesamt für Gesundheit für die Preisfestsetzung der Medikamente stützt (Österreich, Deutschland, Niederlande, Grossbritannien, Dänemark, Frankreich, Belgien, Finnland und Schweden). Rund 8000 Medikamente flossen in den Vergleich ein.

Die Marge wurde als Differenz zwischen Fabrikabgabepreis und dem Publikumspreis ohne Mehrwertsteuer berechnet, wie es heisst. Die unterschiedlichen Niveaus bei Löhnen, Mieten, Zinsen und Medikamentenpreisen in den verschiedenen Ländern wurden berücksichtigt.

(AWP)