Saudi-Arabiens Kronprinz in Spanien - umstrittener Waffendeal geplant

Spanien will die Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien verstärken und plant trotz heftiger Kritik die Lieferung von fünf Korvetten des Unternehmens Navantia an den Golfstaat. Der mögliche Grossauftrag sollte am Donnerstagabend eines der zentralen Themen bei einem Treffen zwischen dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Madrid sein. Dabei war Medienberichten zufolge geplant, eine entsprechende Absichtserklärung zu unterschreiben, bereits in den nächsten Wochen könnte das Geschäft unter Dach und Fach sein.
12.04.2018 19:27

Der Rüstungsexport ist aber umstritten. Mehrere internationale Organisationen wie Amnesty International, Greenpeace und Oxfam Intermón hatten sich bereits im Vorfeld kritisch geäussert. Durch die Lieferung der Kriegsschiffe des Typs "Avante 2200" könnte Spanien zu einem Komplizen bei Kriegsverbrechen im Jemen werden, da zu befürchten sei, dass die Korvetten unter anderem bei Angriffen gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt werden, hiess es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Lieferung der fünf Kriegsschiffe hätte laut spanischen Medien einen Wert von zwei Milliarden Euro.

Am Vormittag war bin Salman bereits mit König Felipe VI. zusammengetroffen. Zu einem Mittagessen im "Palacio Real" seien 200 Gäste geladen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press. Zuvor hatte der saudi-arabische Thronfolger (32) die USA, Grossbritannien und Frankreich besucht./cfn/DP/stw

(AWP)