SBB ändert Verpflegungsangebot in den Zügen

(Meldung ausgebaut)
28.09.2016 15:36

Zürich (awp/sda) - Angesichts der allmählichen Abschaffung der Minibars ab Ende nächsten Jahres passt die SBB ihr Verpflegungs- und Getränkeangebot in den Intercity- und Eurocity-Zügen an. Das Take-away-Angebot in den Speisewägen wird ausgebaut.

Dagegen werden die Cookies und Muffins aus dem Angebot der Starbucks-Speisewägen gestrichen, wie das Bahnunternehmen am Mittwoch vor den Medien in Zürich bekanntgab. In Zukunft würden nur noch Heissgetränke von Starbucks ausgeschenkt, hiess es.

Ins Biersortiment würden beliebte Marken wie Ittinger und Calanda aufgenommen. Daneben werden auch kalte Getränke wie etwa Mineralwasser oder Coca-Cola angeboten.

Darüber hinaus sei auch die Speisekarte für den Speisewagen und das Take-away vollständig überarbeitet worden, hiess es weiter. So gibt es beispielsweise Wein auch im Offenausschank.

Das neue Konzept werde ab Ende Monat auf einem ersten Speisewagen umgesetzt. Der zweite folge etwa eine Woche später. Die beiden bestehenden Starbucks-Speisewagen seien entsprechend angepasst worden. Die frisch umgebauten Wagen verkehren weiterhin auf der Ost-West-Achse.

Ziel sei es, nach der Lancierung möglichst viele Erfahrungen zu sammeln, sagte die Leiterin des SBB-Personenverkehrs, Jeannine Pilloud. Dazu würden auch die Kunden befragt.

SCHRITTWEISE EINFÜHRUNG

Ab Dezember 2017 erfolge Schritt für Schritt die Einführung des neuen Verpflegungskonzepts auf der gesamten Speisewagenflotte der SBB. Diese werde mit der Beschaffung der neuen Züge - dem Fernverkehrs-Doppelstockzug und dem Gotthardzug Giruno - von heute rund 90 auf über 120 Speisewagen im Jahr 2021 vergrössert.

Künftig soll es in allen Intercity- und Eurocity-Zügen ein Verpflegungsangebot geben. Das ist heute nicht der Fall. Zudem werde im ersten Wagen der 1. Klasse nach dem Restaurantwagen im Oberdeck ein Service am Platz eingeführt, wie die SBB bereits im Januar angekündigt hatte.

Dort teste die SBB eine Bestellapp, die den Sitzplatz des Kunden erkenne. "Wir geben eine Garantie, dass die Reisenden in der Cateringzone innert weniger Minuten bedient werden", sagte Lorenz Bertschi von der SBB. Das sei heute bei den Minibars nicht der Fall.

AUS FÜR MINIBARS

Im Januar hatte die SBB auch das Aus der heute 130 Minibars bekanntgegeben, die nach rund siebzig Jahren ab Ende 2017 schrittweise aus den Zügen verschwinden werden. Chips und Nüssli sowie Halbliter-Bierdosen sind damit Vergangenheit. Bier gibt es nur noch in 3,3-Dezilitergrössen.

Mit der Neuausrichtung will die SBB den Verlust in der Bahngastronomie auf einen einstelligen Millionenbetrag verringern. Genaue Zahlen nannte Pilloud nicht, nur soviel: Ausserhalb der Stosszeiten würden die Minibars heute teilweise nicht einmal den Lohn des Mitarbeiters erwirtschaften.

Die heute knapp 200 Minibarmitarbeiter werden ihre Stelle verlieren. Doch die SBB-Tochter Elvetino biete ihnen eine Umschulung zum Beschäftigten im Speisewagen an, sagte Elvetino-Chef Wolfgang Winter auf Anfrage. "Alle müssen eine faire Chance erhalten, die verlangten Verkäuferfähigkeiten und Sprachkenntnisse zu erwerben", forderte die Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV in einem Communiqué.

Nach wie vor bedauere der SEV aber das Verschwinden der Minibars aus den Zügen. Denn man sei nicht überzeugt, dass das neue Konzept der Kundschaft in der 2. Klasse einen ebenbürtigen Service bringe, insbesondere auf langen Strecken.

(AWP)