SBB Cargo baut rund 230 Stellen ab - Keine Entlassungen

Bern (awp/sda) - SBB Cargo ist weiter auf Sparkurs und wird bis 2020 rund 230 Stellen abbauen. Der Abbau erfolgt in der Zentrale in Olten. Auch bei den Lokomotivführern baut die SBB-Tochter Stellen ab. Grund ist unter anderem der neue Gotthardbasistunnel.
29.10.2016 10:18

Dieser erlaubt es SBB Cargo mit weniger Lokführern zu fahren, wie Unternehmenschef Nicolas Perrin in einem Interview mit der "Basler Zeitung" vom Samstag sagte. Hinzu komme das neue Konzept für den Wagenladungsverkehr.

Dieses verteilt die Mengen über den Tag statt in einem einzigen Transport in der Nacht. Damit kann die Güterbahn gemäss Perrin mit 80 Lokführern weniger planen. Die Arbeit verliert aber niemand, da SBB Cargo tendenziell zu wenig Lokführer hat. Zudem verbietet der Gesamtarbeitsvertrag Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen.

Den Rotstift will SBB Cargo auch in Olten ansetzen. Dort verschwinden bis Ende Jahr 70 Stellen und bis 2020 noch einmal mindestens 80, wie Perrin weiter sagte. Die Massnahmen seien mit den Sozialpartnern und Mitarbeitern besprochen.

Die Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank Mitte Januar 2015 hat SBB Cargo laut dem Chef bewältigt. Der Schweizer Markt habe sich stabilisiert. 2016 stehe die Güterbahn besser da als im Vorjahr, als sie einen Verlust von 22 Millionen Franken eingefahren hatte. Ob 2016 unter dem Strich schwarze Zahlen stehen, sagte Perrin der Zeitung nicht.

Zweischneidiger Basistunnel

Wie viele Stellen durch das Sparprogramm nach dem Euro-Entscheid wegfielen, bezifferte Perrin ebenfalls nicht. SBB Cargo habe einen Einstellungsstopp verfügt. Klar sei, dass das Unternehmen auch bei einem Eurokurs von 1,08 Franken konkurrenzfähig sein müsse.

Hinzu komme die Tatsache, dass der Gotthardbasistunnel die Konkurrenz verschärfe. Die Gotthardstrecke sei die wettbewerbsintensivste Güterstrecke Europas. Ausländische Bahnen könnten künftig mit eigenem Personal durch die Schweiz fahren. Abgesehen von den Trassenkosten falle dann die ganze Wertschöpfung im Euroraum an - zu tieferen Kosten als in der Schweiz.

(AWP)