SBB-Gotthardfahrplan "zu stark auf Zürich ausgerichtet"

Bern (awp/sda) - Der Fahrplan der SBB für den neuen Gotthardbasistunnel sei zu stark auf Zürich ausgerichtet. Er lasse die Regionen Basel, Solothurn, Bern und Luzern links liegen. Das kritisiert die Interessengemeinschaft öffentlicher Verkehr (IGöV) und verlangt eine Änderung auf den Juni 2017.
26.11.2016 11:38

Das Angebot und die Verbindungen der vier betroffenen Städte werde ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember auf Zürich verlagert und konzentriert, moniert die IGöV. Die SBB begründe die erste Abfahrt eines Direktzuges durch den Gotthard ab Basel erst um 9 und ab Luzern um 10 Uhr mit der grösseren Anzahl Reisender ab Zürich.

Das gehe so nicht. Das Prinzip, dass eine Mehrheit alles bekomme, möge zwar bei den US-Wahlen gelten, beim Bahnverkehr aber nicht. Dass am Vormittag bis 11 Uhr alle Züge ab Zürich durch den Basistunnel geführt würden, sei nicht gerechtfertigt.

Der Knoten Zürich ist gemäss der IGöV bereits überlastet. Reisende aus den vier vernachlässigten Regionen müssten zudem neben dem allgemeinen Aufschlag für Billette über Zürich mehr bezahlen.

Selbst wenn gemäss SBB-Modell doppelt so viele Passagiere ab Zürich zu erwarten sind, müsse mindestens einer der "Zürcher" Züge ab Basel über Luzern nach Lugano geführt werden. Zudem verlangt die IGöV, dass dieser Zug als Ersatz für den morgendlichen Eurocity weiter nach Mailand verkehrt. Diese Verbesserungen müssten mit der Fahrplananpassung im Juni 2017 in Kraft treten.

(AWP)