Schäuble sieht Fortschritte beim Austrocknen von Steueroasen

Ein Jahr nach Veröffentlichung der "Panama-Papers" über dubiose Briefkastenfirmen hat Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Fortschritte im Kampf gegen Geldwäsche und Steuerbetrug ausgemacht. "Wir haben manches erreicht", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin auf einer Steuerkonferenz der Gewerkschaft verdi: "Der Zug hat sich sehr schnell bewegt."
03.04.2017 15:21

Der nach Bekanntwerden der Praktiken in Steueroasen aufgestellte Zehn-Punkte-Plan sei abgearbeitet, laufende Gesetzesverfahren würden bis zur Sommerpause abgeschlossen, sagte Schäuble. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hätten sich auf Massnahmen gegen Steuertricks globaler Konzerne verständigt.

Ab Ende 2017 starte auch der automatische Informationsaustausch zu Steuer- und Finanzfragen unter mehr als 100 Ländern. Dies ist nach den Worten Schäubles ein Quantensprung. Bis zum G20-Gipfel in Hamburg Anfang Juli solle auch eine "Schwarze Liste" der Steueroasen stehen. Alle Länder, die sich nicht an die Absprachen halten, müssten damit rechnen, auf dieser Liste zu landen.

Mit Blick auf immer neue "kreative" Steuersparmodelle auf internationaler und nationaler Ebene räumte Schäuble allerdings ein, dass der Kampf weitergehen werde. Man laufe den Steuergestaltungen immer ein Stück weit hinterher: "Das ist ein Kampf gegen Hydra. Man darf ihn aber nicht aufgeben."/sl/DP/jha

(AWP)