Schaffhausen bleibt beim tiefen Steuersatz für Grossaktionäre

Schaffhauser Unternehmer können aufatmen. Die Stimmberechtigten haben die SP-Initiative "Keine Steuergeschenke für Grossaktionäre" mit 58,1 Prozent Nein-Stimmen bachab geschickt. Damit müssen Personen, die mindestens 10 Prozent des Kapitals einer Firma besitzen, ihre Erträge weiterhin nur zum halben Satz versteuern.
21.05.2017 12:48

Den Initianten war dieser Steuerrabatt ein Dorn im Auge. Sie sahen darin einen Verstoss gegen die Steuergerechtigkeit und forderten eine Gleichbehandlung, egal ob Klein- oder Grossaktionär. Unterstützt wurde die SP von ÖBS, AL und der EVP.

Doch auch die Gegner beriefen sich auf die Steuergerechtigkeit. Mit dem reduzierten Satz soll nämlich die Doppelbelastung der Dividenden abgemildert werden. Denn Gewinne müssen zunächst bei den Unternehmen versteuert werden und dann noch einmal bei der Gewinnausschüttung bei den Inhabern des Unternehmens.

Ausserdem wäre die Steuererhöhung mit einem Umzug in einen anderen Kanton leicht zu umgehen. Auch die Regierung hatte gewarnt, die Initiative betreffe vor allem KMU und Gewerbebetriebe und sei daher höchst wirtschafts- und standortfeindlich.

Die Stimmberechtigten folgten mit deutlicher Mehrheit der Argumentation der Initiativ-Gegner. 17'687 Stimmberechtigte sagten Nein, 12'757 unterstützten die Initiative. Die Stimmbeteiligung lag bei 65,2 Prozent.

Die sogenannten Halbsatzbesteuerung ist keine Schaffhauser Spezialität. Einen reduzierten Satz gibt es auch in allen anderen Kantonen sowie beim Bund.

(AWP)