Schäuble: IWF wird bei Griechenland-Rettung an Bord bleiben

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geht fest davon aus, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) bei der Griechenland-Rettung an Bord bleibt. Der IWF habe sich bereits 2015 dazu verpflichtet, sich weiter zu beteiligen, wenn Griechenland die Auflagen aus dem zweiten Rettungspaket erfüllt habe. Nun gehe er davon aus, dass eine Lösung mit dem IWF "in den nächsten Wochen auch erreicht werden kann", sagte Schäuble am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".
19.02.2017 18:42

Der CDU-Politiker will den Reformdruck aufrechterhalten, sieht aber auch Fortschritte beim Euro-Krisenland. "Griechenland ist auf einem guten Weg", sagte Schäuble. Die Schulden seien eigentlich nicht das Problem, sondern die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Einen Schuldenschnitt lehnt Schäuble unverändert ab. "Schuldenerlass geht nach europäischem Recht gar nicht."

Der Finanzminister wies Vorhaltungen - auch vom Koalitionspartner SPD - zurück, er wolle Griechenland beim Verfehlen der vereinbarten Auflagen notfalls aus dem Euro ausschliessen: "Ich habe doch niemals gedroht." Nur wenn Athen die Reformen nicht mache, wovon er nicht ausgehe, "gibt's ein Problem". Diese Einschätzung teilten auch IWF und der Euro-Rettungsschirm ESM. An diesem Montag kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um über die Lage Griechenlands zu reden./tb/DP/edh

(AWP)