Schäuble: Steuerwettlauf entspräche nicht G20-Vereinbarungen

BERLIN (awp international) - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht einen möglichen Wettlauf Grossbritanniens mit anderen Top-Wirtschaftsmächten um die niedrigsten Unternehmenssteuern kritisch. Noch sei Grossbritannien Mitglied der Europäischen Union und damit an entsprechendes europäisches Recht gebunden, sagte Schäuble am Montag in Berlin.
21.11.2016 13:41

Und sollte Grossbritannien eines Tages nicht mehr der EU angehören, sei es an die Vereinbarungen der G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer gebunden - "jedenfalls, wenn sie anständige Leute sind". Denn auf dem G20-Gipfel in Antalya sei vereinbart worden, genauso dieses nicht zu machen, sagte Schäuble bei der Vorstellung eines Buches der Grünen-Finanzexperten Sven Giegold, Udo Philipp und Gerhard Schick.

Schäuble reagierte damit auf Medienberichte, wonach die britische Premierministerin Theresa May die Unternehmenssteuern auf den niedrigsten Satz innerhalb der G20-Gruppe der führenden Volkswirtschaften senken wolle. Möglicherweise wolle May die Körperschaftsteuer auf unter 15 Prozent drücken, schrieb die Zeitung "Telegraph" (Montag). Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf eine Senkung des Steuersatzes für Unternehmen auf 15 Prozent in Aussicht gestellt./sl/DP/she

(AWP)