Schindler darf bedeutenden Restaurant-Pavillon abreissen

Luzern/Ebikon (awp/sda) - Der Lift- und Rolltreppenbauer Schindler darf seinen Hauptsitz in Ebikon LU für 110 Mio CHF erneuern und dabei einen historischen Restaurant-Pavillon abreissen. Das Kantonsgericht hat eine Beschwerde des Innerschweizer Heimatschutzes abgewiesen.
04.08.2016 11:05

Laut dem Gericht halten sowohl die kantonale Denkmalpflege wie auch die Architekturkommission der Gemeinde das alte, "Wohlfahrtshaus" genannte Personalrestaurant nicht für schutzwürdig. Zudem besteht laut Gericht ein grosses öffentliches Interesse, dass der für die Zentralschweiz bedeutende Arbeitgeber das auf seine Führungs- und Verwaltungsbedürfnisse zugeschnittene Projekt realisieren kann.

HEIMATSCHUTZ: WERTVOLLER BAU

Das am Donnerstag publizierte Urteil des Kantonsgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Es kann an das Bundesgericht weitergezogen werden.

Schindler will an ihrem Sitz in Ebikon für 110 Mio CHF das Management-Gebäude sanieren und ein Besucherzentrum mit neuem Personalrestaurant bauen. Das bisherige Personalrestaurant in einem Pavillon soll abgebrochen werden.

Der Innerschweizer Heimatschutz hatte gegen die Baubewilligung vom Dezember 2015 Beschwerde eingelegt. Er verlangt, dass der im kantonalen Bauinventar als schützenswert eingetragene Pavillon nicht abgebrochen wird. Es handle sich um einen wertvollen Bau von architektonischer und historischer Bedeutung. Ein Abbruch widerspreche dem Kulturdenkmal-Gesetz sowie dem kommunalen Recht.

Die Kantonsrichter hingegen argumentieren, dass der Kanton bereits 2009 entschieden hatte, den Pavillon nicht unter den kantonalen Denkmalschutz zu stellen. Dies obschon aus fachlicher und industriegeschichtlicher Optik der besondere Denkmalcharakter des Gebäudes erwiesen gewesen sei. Der geplante Abbruch des Pavillons sei auch im Baubewilligungsverfahren akzeptiert worden.

ÖFFENTLICHE INTERESSEN

?Zudem habe die Fachkommission Architektur der Gemeinde Ebikon dem Abbruch ebenfalls zugestimmt. Eine besondere Schutzbestimmung enthalte das kommunale Recht nicht. Im Bauinventar werde der Pavillon zwar seit 2012 als schützenswert bezeichnet. Der Qualifikation komme allerdings wegen der früheren speziellen Verfahren und Abklärungen keine eigenständige Bedeutung zu.

Weiter hält das Kantonsgericht fest, dass dem Anliegen auf Erhalt des Gebäudes erhebliche öffentliche Interessen entgegentreten würden. Die geplanten Neu- und Umbauten seien Bestandteil einer betrieblichen und architektonischen Lösung, die auf die Bedürfnisse der zentralen Führung und Verwaltung des weltweiten Konzerns zugeschnitten sei. Schindler sei für die ganze Innerschweiz als Wirtschaftsstandort und Arbeitgeber von grosser Bedeutung.

(AWP)