Schottland kündigt Pläne für Verbleib im EU-Binnenmarkt an

Schottland will trotz des Brexit-Votums einen sicheren Platz im EU-Binnenmarkt behalten. Die nationalkonservative Regierung in Edinburgh kündigte dazu am Sonntag konkrete Pläne an.
18.12.2016 17:30
Skulptur des "British Lion" auf dem Schloss von Edinburgh.
Skulptur des "British Lion" auf dem Schloss von Edinburgh.
Bild: cash

Diese sollen am Dienstag vorgelegt werden, wie der Minister für Verhandlungen mit der Europäischen Union (EU), Michael Russell, mitteilte. Sollten sich schon die kompletten Vorteile einer EU-Mitgliedschaft nicht bewahren lassen, gehe es wenigstens um eine Linderung des Schadens durch den geplanten EU-Austritt Grossbritanniens. "Herzstück unseres Vorhabens ist ein Rahmenplan, wonach Schottland im Europäischen Binnenmarkt bleibt", erläuterte Russell.

In einem Referendum hatten sich die Briten Ende Juni für den Abschied aus der EU entschieden. Premierministerin Theresa May will den Austrittsantrag bis Ende März stellen. Danach sollen mit der Union Verhandlungen über die Modalitäten geführt werden. Bislang ist unklar, ob May einen "weichen" oder einen "harten" Brexit anstrebt. Letzteres wäre der Fall, wenn die britische Regierung einer völlig selbstbestimmten Einwanderungspolitik den Vorzug gegenüber dem Zugang zum EU-Binnenmarkt gäbe. Davor warnt die heimische Wirtschaft, die spürbare Geschäftseinbussen befürchtet.

Die Schotten sprachen sich bei der Volksabstimmung für einen Verbleib in der EU aus. Im Jahr 2014 hatten sie sich mehrheitlich gegen eine Loslösung von Grossbritannien entschieden. Die regierende Schottische Nationalpartei liebäugelt mit einem zweiten Unabhängigkeitsreferendum.

(Reuters)