Schweiz betont gegenüber US-Behörden Systemrelevanz der Grossbanken

Zürich (awp) - Die Schweiz hat offenbar gegenüber US-Behörden die Auswirkungen möglicher Strafzahlungen für Credit Suisse und UBS wegen umstrittener Hypothekengeschäfte angesprochen. "Ich habe gegenüber den Behörden die Wichtigkeit des Schweizer Finanzplatzes für die globale Finanzarchitektur und Systemrelevanz der beiden Schweizer Grossbanken und deren internationale Bedeutung für die Finanzstabilität betont", sagte Jörg Gasser, Staatsekretär für internationale Finanzfragen, am Donnerstag laut der Nachrichtenagentur Reuters.
20.10.2016 20:15

Hauptthema der Treffen in den vergangenen Wochen zwischen Schweizer Vertretern und der amerikanischen Regulierungsbehörde, der US-Notenbank sowie Verbänden sei die Schweizer Finanzmarktpolitik gewesen. In die Verhandlungen der Banken mit den Justizbehörden sei die Schweiz nicht involviert.

Die Deutsche Bank ringt derzeit bekanntlich mit der US-Justiz um eine Einigung im Streit wegen des Verkaufs fauler Hypothekenpapiere. Angedroht wurde eine Forderung von 14 Mrd USD. Nach Ansicht von Analysten dürften die Credit Suisse und die UBS glimpflicher davon kommen, schreibt Reuters weiter. Diese schätzten, dass sich die Strafzahlungen für die Schweizer Grossbanken jeweils bei rund 2 Mrd USD bewegen könnten.

Gasser war mit Finanzminister Ueli Maurer und SNB-Präsident Thomas Jordan in einer Schweizer Delegation Anfang Oktober nach Washington D.C. gereist. Es gab Gespräche mit Akteuren der US-Finanzbranche sowie unter anderem die Teilnahme an der Jahrestagung des IWF und der Weltbank.

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(AWP)