Schweiz erzielt Durchbruch bei Freihandelsabkommen mit Mercosur-Staaten

(Ausführliche Fassung) - Die Efta-Länder, darunter die Schweiz, haben sich mit dem südamerikanischen Handelsblock Mercosur über ein Freihandelsabkommen geeinigt. Dies gab Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro am Freitag im Kurznachrichtendienst Twitter bekannt.
24.08.2019 00:11

"Ein weiterer grosser Sieg für unsere Diplomatie zur Öffnung des Handels", schrieb Bolsonaro zur Einigung. Details waren zunächst nicht bekannt. Mit dem Abkommen wollten die vier Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay, und Paraguay die Zölle auf Industriegütern teilweise oder ganz abbauen.

Über das Freihandelsabkommen der Mercosur-Länder mit den Efta-Ländern Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein wurde während zweier Jahre verhandelt. Die Schweizer Industrie forderte mit Nachdruck ein Abkommen. Schweizer Firmen sollen gegenüber der EU-Konkurrenz in den Mercosur-Ländern nicht mehr benachteiligt werden. Im Juni hatten die EU und die Mercosur-Staaten eine Einigung über einen gemeinsamen Handelspakt erzielt.

Irland droht mit Blockade

Allerdings droht Irland angesichts der Brände im Amazonas mit einem Veto gegen das geplante Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, sollte Brasilien sich nicht stärker für den Schutz des Regenwalds einsetzen. Das sagte der irische Regierungschef Leo Varadkar einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA vom Freitag zufolge.

"Ich bin sehr besorgt, dass in diesem Jahr ein Rekordniveau an Zerstörung von Amazonaswald durch Feuer stattgefunden hat", sagte der irische Premier. Das zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ausgehandelte Handelsabkommen sei noch zwei Jahre von der Ratifizierung entfernt. "Wir werden innerhalb dieser zwei Jahre Brasiliens Handeln im Umgang mit der Umwelt sehr genau beobachten", sagte Varadkar.

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den vier Mercosur-Staaten ist in Irland ohnehin heftig umstritten. Irische Bauern fürchten, sie könnten durch billige Fleischimporte aus Südamerika aus dem Wettbewerb gedrängt werden.

Deutschland und Frankreich hatten das Freihandelsabkommen ebenfalls infrage gestellt. Finnland, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, hatte vorgeschlagen, über die Aussetzung von Fleischimporte aus Brasilien nachzudenken,

(AWP)