Schweiz ist «Schlaraffenland für Übernahmen»

Die Schweiz wird nach Einschätzung des Fusionsberaters Perella Weinberg zunehmend zum Brückenkopf für chinesische Firmen, die sich über Zukäufe mit europäischer Technologie eindecken wollen.
01.09.2016 17:15
Gewichtiger Posten auf dem «Einkaufszettel» chinesischer Firmen: der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta.
Gewichtiger Posten auf dem «Einkaufszettel» chinesischer Firmen: der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta.
Bild: ZVG

"Die Schweiz ist nahezu ein Schlaraffenland für viele ausländische Käufer", sagte PWP-Experte Stefan Jentzsch am Donnerstag auf einem Anlass des Europainstituts in Zürich. Die Schweiz sei neben Deutschland der offenste Markt in Europa. Andere europäische Länder wie Frankreich, Italien oder Grossbritannien hingegen würden sehr genau prüfen, wer kaufe. Selbst Schlüsseltechnologien stünden in der Schweiz nahezu ohne staatliche Einschränkungen zur Verfügung.

Ausländische Käufer würden sich vor allem für Firmen aus den Sektoren Gesundheit und Industrie interessieren. Bei mehr als der Hälfte der Firmenübernahmen in der Schweiz im vergangenen Jahr kamen die Käufer aus Asien und dort vor allem aus China.

Im ersten Halbjahr haben chinesische Käufer in Europa nach Zahlen der Beratungsfirma EY so viele Unternehmen erworben wie im gesamten Jahr 2014. Prominente Beispiele sind der Agrarchemiekonzern Syngenta und die Bordverpflegungsfirma Gategroup oder in Deutschland der Roboter-Hersteller Kuka und der Luftfahrt-Zulieferer Broetje-Automation.

(AWP/SDA/REU)