Schweiz stellt erste Schritte zur Umsetzung der Agenda 2030 vor

New York (awp/sda) - Die Schweiz hat am Dienstag bei der UNO in New York ihre ersten Schritte zur Umsetzung der Agenda 2030 präsentiert. Manuel Sager, Chef der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA), bezeichnete die Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungsziele 2015 als einen Durchbruch, nun gelte es, sie zu realisieren.
19.07.2016 22:08

Die Schweiz gehört im Rahmen des ersten hochrangigen Folgetreffens seit Verabschiedung der Agenda 2030 im September 2015 zu 22 Ländern, die ihre ersten Schritte zur Umsetzung der ehrgeizigen Ziele und zum Monitoring der Fortschritte präsentieren.

Nicht nur Staaten, sondern die Zivilgesellschaft, der Privatsektor, nicht zuletzt die Finanzindustrie, aber auch Wissenschaft und Forschung - alle seien gefordert und müssten ihren Teil der Verantwortung tragen, damit die Agenda 2030 umgesetzt werden könne, erklärte Sager.

Und weiter: "Nach der Verabschiedung der Agenda geht es nun darum, sicherzustellen, dass das Momentum aufrecht erhalten bleibt und die nachhaltigen Ziele auch Wirklichkeit werden." Sager rief in Erinnerung, dass die Schweiz schon bei der Vorarbeit für die Agenda 2030 sehr aktiv gewesen sei.

"Zu unseren Prioritäten gehörte dabei auch der Aspekt eines gegenseitigen und griffigen Monitorings", erklärte Sager. Dies ist mit ein Grund, dass die Schweiz zu den 22 Ländern gehört, die bei dem Treffen ihre bisherigen Schritte zur Umsetzung präsentieren, und dass ihrer Delegation neben Vertretern des Bundes auch Vertreter des Privatsektors, des Parlaments und der Zivilgesellschaft angehören, die sich ebenfalls zu den anstehenden weiteren Schritten äusserten.

ÜBERGANGSPHASE

Sager verwies auf die Strategie Nachhaltige Entwicklung (SNE 2016-2019) und die Botschaft über die internationale Zusammenarbeit (IZA-Botschaft 2017-2020), auf der die ersten Schritte der Schweizer Umsetzung fusse.

Während einer Transitionsphase - oder: Übergangsphase - bis 2018 soll ein substantiellerer Bericht erstellt werden, der aufzeigt, in welchen Bereichen die Schweiz wo steht, und wo sie Nachholbedarf hat und wie die weitere Integration der verschiedenen Bundesstellen für die Umsetzung, aber auch eine vertiefte Integration mit den anderen politischen Ebenen - Kantone und Gemeinden - aussehen könnte. Dazu müssen institutionelle Zuständigkeiten und Abläufe geklärt und allfällige Lücken identifiziert werden.

Nach Ansicht von Alliance Sud, der Dachorganisation der Schweizer Hilfswerke, muss sich die Schweiz sowohl institutionell wie auch strategisch noch für eine wirkungsvolle Umsetzung der Agenda 2030 rüsten. Neben der Einbindung des Privatsektors, von akademischen Institutionen und der Zivilgesellschaft werde bei der Umsetzung der Ziele auch der Gesetzgebungsprozess eine wichtige Rolle zu spielen haben.

"Dort zeigen sich Interessenskonflikte jeweils klar", erklärte Sager. Ganz wichtig sei auch der Aspekt der Information, noch wisse die Bevölkerung nicht ausreichend Bescheid über die Agenda 2030 und was sie auch für jeden Einzelnen bedeuten könne.

Das Treffen des Hochrangigen Politischen Forums (HLPF) unter dem Motto "Sicherstellen, dass niemand zurückgelassen wird", findet unter Schirmherrschaft des Ecosoc (Wirtschafts- und Sozialrat der UNO) statt. Zum Abschluss des Treffens soll am Mittwoch eine ministerielle Erklärung verabschiedet werden.

Zur Schweizer Delegation gehören Vertreter des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), der Bundesämter für Landwirtschaft, Umwelt, Raumplanung und Statistik, sowie Alliance Sud als Vertreterin der Zivilgesellschaft und Peter Messerli, Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Universität Bern.

mk

(AWP)