Schweiz treibt für die EU weniger Steuern auf Zinserträgen ein

Die Schweiz hat für die EU im letzten Jahr weniger Steuern eingetrieben als im Vorjahr. Der Bruttoertrag aus der Erhebung des Steuerrückbehalts auf Zinserträgen von EU-Steuerpflichtigen beträgt 74,8 Mio CHF verglichen mit 169,3 Mio im Vorjahr, wie die Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) am Montag mitteilt.
10.07.2017 10:55

Das Zinsbesteuerungsabkommen mit der EU sieht vor, dass EU-Steuerpflichtige in der Schweiz zwischen dem Steuerrückbehalt auf Zinserträgen und einer freiwilligen Meldung an die Steuerbehörden wählen können. Insgesamt gingen für 2016 rund 360'000 Meldungen ein nach rund 328'000 im Vorjahr.

Der Bruttoertrag teilt sich wie folgt auf: An die EU-Mitgliedstaaten werden 56,1 Mio CHF überwiesen, der Anteil der Schweiz beträgt 18,7 Mio. Davon gehen 16,8 Mio an den Bund und 1,9 Mio an die Kantone. Die drei EU-Staaten, an welche die grössten Summen flossen, waren Deutschland (11,2 Mio CHF), Italien (10,0 Mio) und Frankreich (6,3 Mio).

Gemäss dem Zinsbesteuerungsabkommen mit der Europäischen Union, das seit 1. Juli 2005 in Kraft ist, wurde ab 1. Juli 2008 ein Steuerrückbehalt von 20% erhoben, seit 1. Juli 2011 gilt der Höchstsatz von 35%. Der Ertrag fällt zu 75% an die begünstigten Mitgliedstaaten. 25% verbleiben der Schweiz, wovon 10% den Kantonen zustehen.

ra/yr

(AWP)