Schweiz und UNIDO lancieren Programm für Qualitätsinfrastruktur

Die Schweiz und die UNO-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO) haben ein Programm zur nachhaltigen Industrialisierung gestartet. Damit sollen sich Entwicklungsländer besser in die Weltmärkte integrieren können.
27.11.2017 17:58

Bundespräsidentin Doris Leuthard und UNIDO-Generalsekretär Li Yong lancierten am Montag in Wien ein Qualitäts- und Standardprogramm in Schwerpunktländern der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Ziel des Programms ist es, die Qualitätsinfrastruktur - beispielsweise die Institutionen für Normen, Metrologie und Prüflabors - zu verstärken.

Die Investitionen belaufen sich auf rund 17 Millionen Franken für fünf Jahre, wie das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) mitteilte.

"Für die Schweiz ist Infrastruktur, ob digital oder analog, ein naheliegendes Feld für grosses Engagement", erklärte die Bundespräsidentin. Die Schweiz gehört zu den wichtigsten Geldgebern der UNIDO und ist Mitglied im Rat für industrielle Entwicklung, der die Umsetzung des Arbeitsprogramms und die Verwendung des Budgets kontrolliert.

Li hob hervor, dass sich rund zwei Drittel der 47 ärmsten Entwicklungsländer in Afrika befinden. "Ohne Digitalisierung und Zugriff auf neue Technologien werden diese Staaten völlig abgehängt", sagte er. Dadurch würden Stabilität, Friede und Arbeitsplätze gefährdet.

Am Rande der UNIDO-Generalkonferenz führte Bundespräsidentin Leuthard bilaterale Gespräche mit Staats- und Regierungschefs.

Ausserdem traf Leuthard den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Christian Kern zu separaten Gesprächen. Dabei informierte sie ihre Gesprächspartner über ihr Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am 23. November. Zur Sprache kamen auch die Prioritäten der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs in der zweiten Jahreshälfte 2018.

Am Dienstag reist die Bundespräsidentin nach Portugal, wo der ursprünglich Mitte Oktober geplante Präsidialbesuch stattfindet. Er musste wegen der damaligen Waldbrände und der Staatstrauer in Portugal verschoben werden.

mk

(AWP)