Schweiz will sich in Bonn für robuste Klima-Regeln stark machen

An der nächsten UNO-Klimakonferenz in Bonn will sich die Schweizer Delegation für "robuste und wirksame Regeln" einsetzen, um die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu begrenzen. Der Bundesrat hat am Mittwoch das Mandat dazu genehmigt. Geleitet wird die Delegation von Botschafter Franz Perrez.
25.10.2017 12:45

Die 23. UNO-Klimakonferenz findet vom 6. bis 17. November 2017 statt. Im Zentrum steht die Umsetzung des Klimaschutz-Abkommens von Paris, das 2015 verabschiedet wurde und die Erderwärmung auf "deutlich unter zwei Grad" begrenzen will. Alle Vertragsstaaten verpflichten sich, den Ausstoss von Treibhausgasen zu senken.

In Bonn wird es nun in erster Linie darum gehen, die Ausarbeitung der Regeln für die Anwendung des Pariser Übereinkommens voranzutreiben, damit diese Regeln 2018 verabschiedet werden können.

TRANSPARENZ UND MESSBARKEIT

Die Schweizer Delegation will sich an der Konferenz speziell dafür einsetzen, dass die Staaten ihre nationalen Ziele in "transparenter und messbarer Weise" bekanntgeben müssen. Dies schreibt das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einer Mitteilung.

Zudem sollen nach dem Willen der Schweiz verbindliche Regeln eingeführt werden, welche die Umweltintegrität der Marktingstrumente sicherstellen. Als Beispiel für solche Instrumente nennt das BAFU die Abgabe von Emissions-Zertifikaten und den Handel damit.

Ein weiteres Ziel sei die Schaffung von Anreizen für Investitionen in eine Wirtschaft, die auf erneuerbare Energien und hohe Energieeffizienz baue. Solche Investitionen sollen künftig attraktiver sein als Investitionen in Geschäfte, die auf fossiler Energie fussen.

Der Schweizer Delegation werden rund 15 Personen angehören. Drei ihrer Mitglieder vertreten die Zivilgesellschaft, zwei die Wirtschaft und eines die Umweltschutzorganisationen. Geleitet wird die Delegation von Botschafter Franz Perrez, dem Chef der Abteilung Internationales des BAFU. Am Ministerteil der Konferenz wird die Schweiz von BAFU-Direktor Marc Chardonnens vertreten.

SCHWEIZ AB 5. NOVEMBER DABEI

Die Schweiz hatte Anfang Oktober dem UNO-Generalsekretariat die Ratifikationsurkunde für das Pariser Klima-Abkommen übergeben. Das Abkommen tritt für die Schweiz am 5. November und damit einen Tag vor Beginn der 23. Klimakonferenz in Bonn in Kraft.

Die Schweiz hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 50% zu reduzieren. Dieses Ziel, welches das Parlament im Juni verabschiedet hatte, wird nun mit der Ratifikation verbindlich.

mk

(AWP)