Schweizer Bankdaten für Ermittlungen gegen Perus Ex-Präsident

Bern/Lima (awp/sda) - Dicke Post für das unter Korruptionsverdacht stehende ehemalige Präsidentenpaar in Peru: Die Schweizer Behörden haben grünes Licht gegeben für die Auslieferung von Kontodaten, welche Ex-Präsident Ollanta Humala und dessen Frau Nadine Heredia belasten könnten.
21.10.2016 17:52

"Ich kann bestätigen, dass ein peruanisches Rechtshilfeersuchen im Zusammenhang mit dem Umfeld des peruanischen Ex-Präsidenten Humala am 18. August 2016 vom Bundesamt für Justiz (BJ) an die Bundesanwaltschaft (BA) zum Vollzug delegiert wurde", schreibt Bundesanwaltschaftssprecherin Linda von Burg am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sie bestätigte damit einen entsprechenden Bericht auf der Onlineplattform der "Handelszeitung".

Das Rechtshilfeersuchen umfasse insbesondere die Erhebung von Bankdaten. Die Vorwürfe beträfen mutmassliche Bestechungszahlungen - unter anderem über die Finanzierung von Wahlkampagnen - im Zusammenhang mit der Vergabe von Bauprojekten. Weitere Informationen waren von der Bundesanwaltschaft nicht zu erhalten.

SCHON LANGE IM VISIER DER BEHÖRDEN

Mit dem Vorwurf der Geldwäscherei wird das von 2011 bis Mitte 2016 an der Macht stehende peruanische Präsidentenpaar schon länger in Verbindung gebracht. Seit diesem Juni ermittelt ein Staatsanwalt gegen Humalas Frau Nadine Heredia strafrechtlich wegen des Verdachts auf Geldwäscherei und illegale Parteifinanzierung. Kürzlich wurden die Ermittlungen auch auf Ehemann und Ex-Präsident Humala ausgeweitet.

Die Ermittlungen der peruanischen Strafverfolger gegen die Spitzenpolitiker laufen seit 2015. Schon kurz nach seinem Wahlsieg im Jahr 2011 hatte es Kritik an Humala gegeben, weil seine linksnationalistische Partei Nacionalista Peruano (PNP) offenbar vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez finanziell unterstützt worden war.

(AWP)