Schweizer Banken bauen Personal im Inland ab und im Ausland auf

Zürich (awp) - Der Strukturwandel im Schweizer Bankensektor hat sich 2015 weiter fortgesetzt, was sich in einer schrumpfenden Zahl an Instituten ablesen lässt. Dabei wurden vor allem ausländisch beherrschte Institute Opfer des Wandels. Rückläufig war auch der Personalbestand. Dieser ist im bisherigen Jahresverlauf 2016 weiter reduziert worden, wie dem Donnerstag veröffentlichten Bankenbarometer der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) zu entnehmen ist.
01.09.2016 09:30

Die Anzahl der Institute reduzierte sich 2015 um neun auf 266 Banken. Dabei gaben acht ausländisch beherrschten Banken ihre Geschäftstätigkeit auf - zu erwähnen wäre dabei aber auch, dass mit der China Construction Bank eine erste chinesische Bank eine Schweizer Bankenlizenz erhielt. Das Institut hat im Januar ihre erste Filiale in Zürich eröffnet.

BANKEN RECHNEN MIT STABILEM PERSONALBESTAND

Der inländische Personalbestand (in Vollzeitäquivalenten) nahm im vergangenen Geschäftsjahr um 1'012 Stellen oder 1,0% auf 103'041 ab. Den grössten Teil zum Personalrückgang trugen die Auslandbanken mit einer Reduktion von 2'036 (-11,2%) ihres Personalbestands bei.

Im ersten Halbjahr 2016 waren im Schweizer Bankensektor 3'454 Mitarbeitende weniger (-4,1%) beschäftigt, wie eine Umfrage der Bankiervereinigung im Sommer 2016 ergab. Im Ausland stellten Schweizer Banken dagegen netto mehr als 6'700 Personen ein. Für den weiteren Verlauf des Jahres zeige sich die Beschäftigungstendenz stabil, schreibt die SBVg.

Der Anteil der Banken, die mit einem Beschäftigungsabbau rechnen, habe sich gegenüber dem Vorjahr von 11,0% auf 11,7% leicht erhöht. Dieser Wert liege aber deutlich unter den Werten der Jahre 2012 bis 2014. Dieser allgemeine Trend gilt grundsätzlich auch für die verschiedenen Geschäftsbereiche, heisst es weiter. Einzig im institutionellen Asset Management und im Handelsgeschäft gehe praktisch keine der befragten Banken von einem Personalabbau aus.

Operativ stehen die Banken in der Schweiz solide da. 2015 steigerten sie den aggregierten Geschäftserfolg um 5% auf 64,6 Mrd CHF und den Jahresgewinn erhöhten sie auf 15,8 Mrd, was mehr als einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den 266 Banken erzielten 228 einen Jahresgewinn 38 einen Jahresverlust.

VERLANGSAMTGES WACHSTUM BEI DEN HYPOTHEKEN

Per Ende 2015 verwalteten die Institute Vermögen in der Höhe von 6'567,6 Mrd CHF, was einer Abnahme von 1,3% entspricht. Der Rückgang basiert gemäss SBVg auf einem Rückgang der ausländischen Kundenvermögen und ist hauptsächlich auf einen Währungseffekt zurückzuführen. Gegenüber dem Vorjahr nahm das ausländische Kundenvermögen um 4,8% ab, während sich das inländische Kundenvermögen um 2,3% erhöhte. Der Anteil an ausländischen verwalteten Vermögen liegt bei knapp 50%.

In der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung sei der Finanzplatz Schweiz mit einem Weltmarktanteil von 25% weiter die Nummer 1, heisst es in der Mitteilung weiter.

Das inländische Kreditvolumen stieg um 0,4% auf 1'076,4 Mrd CHF. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite war 2015 mit 2,6% geringer als in den beiden Jahren zuvor (2013: +4,2%, 2014: +3,6%). Dies dürfte gemäss SBVg auch den von den Banken getroffenen Massnahmen im Hypothekarbereich, darunter die Anpassungen der Selbstregulierungen, zuzuschreiben sein.

sig/ra

(AWP)