Schweizer Banken fordern neue Freiräume

Die Schweizer Banken haben die Finanzkrise verarbeitet und ihre Geschäftsmodelle den neuen Rahmenbedingungen angepasst. Nun sieht die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) die Zeit gekommen, dass die Branche wieder mehr Freiräume erhält. Konkret fordert der Verband Änderungen an den Regulierungsprozessen.
11.09.2018 09:30

Die Aufarbeitung der Finanzkrise hat einen stabileren Schweizer Bankensektor geschaffen, resümiert der SBVg am Dienstag. Dies sei auch dank neuer Vorschriften und Regulierungen erreicht worden. "Nun gilt es, das Pendel der Regulierung ins Lot zurückzuführen", erklärte SBVg-Präsident Herbert Scheidt laut Redemanuskript am Bankiertag 2018.

Dieser steht unter dem Motto "Zukunft gestalten - Freiräume gestalten". Gemäss Scheidt ist es an der Zeit, die wichtigen Aspekte von Sicherheit und Stabilität "ins rechte Mass zu unternehmerischer Freiheit und Wettbewerbsfähigkeit zu setzen".

Regulierungsprozess verbessern

Prioritär fordert der Verband einen verbesserten Regulierungsprozess. Dabei will er, dass die Branche bei allen Regulierungsschritten als Gesprächspartner einbezogen und auf "jeglichen unausgereiften Swiss Finish" verzichtet wird.

Für die KMU-Banken will die SBVg ausserdem zusammen mit der Finma Regulierungserleichterungen für die KMU-Banken erreichen. Dies betreffe zum Beispiel Berichterstattungspflichten oder bestimmte Governance-Anforderungen.

Das dritte Anliegen betrifft die Digitalisierung. Der Verband dazu beitragen, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Raum für Innovationen schaffen. Gemeinsam mit den Behörden und den Anbietern sei die SBVg auf der Suche nach Lösungen, die allen Ansprüchen gerecht und damit die "Zukunftsfähigkeit von Swissbanking in einer digitalen Welt" sichern würden, so Scheidt weiter.

Nachhaltigkeit

Die Bankiervereinigung möchte auch, dass das Thema Nachhaltigkeit in die Rahmenbedingungen einbezogen wird. Gemäss SBVg-Geschäftsleiter Claude-Alain Margelisch beträgt der Anteil nachhaltiger Investitionen heute bereits 8,7 Prozent am gesamten Schweizer Fondsmarkt.

Neuste Marktanalysen würden zudem für die Schweiz ein "eindrückliches" Wachstum nachhaltiger Investitionen von 82 Prozent in 2017 zeigen. Deshalb wolle die Bankiervereinigung künftig einen klaren Schwerpunkt auf das Thema legen.

sig/ra

(AWP)