Schweizer Banken hoffen auf Allianz mit London

Basel (awp/sda/reu) - Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBVg) will nach dem Brexit-Votum mit London und asiatischen Finanzplätzen eine Allianz schmieden, um sich einen erleichterten Marktzugang zur Europäischen Union (EU) zu sichern.
07.07.2016 17:26

"Die Finanzzentren haben mehr Gewicht, wenn sie gegenüber Regulatoren und der Politik mit einer Stimme auftreten", sagte eine Verbandssprecherin am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times". Der Verband stehe diesbezüglich neben Grossbritannien auch mit Hongkong und Singapur in Kontakt.

Mit einem Austritt aus der EU könnte es für die britischen Banken und andere Finanzdienstleister deutlich schwerer werden, ihre Produkte und Dienstleistungen in der Union zu vertreiben. Die Banken aus der Schweiz kämpfen jetzt schon mit dieser Hürde. Weil ein EU-weiter Marktzugang angesichts der Einwanderungsbeschränkungen ins Stocken geraten ist, versucht die Schweiz, mit einzelnen Ländern Abkommen abzuschliessen.

Sitzt Grossbritannien im selben Boot, dürfte das Anliegen der Schweiz mehr Gewicht erhalten. Schon 2012 machte die SBVg einen Vorstoss, sich mit London, Hongkong und Singapur im Rahmen der sogenannten "F4-Allianz" zusammenzuschliessen. Doch der Vorschlag wurde damals nicht umgesetzt.

"Es ist ein guter Zeitpunkt, diese Idee wieder aufzunehmen", sagte die Sprecherin. Ziel sei es, dass sich die Finanzzentren weltweit besser abstimmten. Dies betreffe nicht nur den Marktzugang, sondern auch Regulierungs- oder Steuerfragen.

(AWP)