Schweizer Firmen investieren in Digitalisierung

Bei den Schweizer Unternehmen wächst das Bewusstsein für das Thema «Industrie 4.0». Auf dem Weg zur digitalisierten und vernetzten Industrie haben viele Firmen bereits einiges umgesetzt.
30.06.2016 10:30
Computerchips von Cicor.
Computerchips von Cicor.
Bild: ZVG

Dabei investieren Grossfirmen und KMU gleichermassen in die Digitalisierung, wie der Medienmitteilung zum Swissmem-Industrietag 2016 vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Die zunehmende Digitalisierung wird von der Schweizer Industrie offenbar als Chance und nicht Gefahr gesehen. Denn eine Umfrage unter den Swissmem-Mitgliedfirmen belegt, dass die Unternehmen der Schweizer Maschinen-, Elektro und Metall-Industrie (MEM-Industrie) in diesem Wandel bereits gut unterwegs sind. Danach sehen insgesamt 82% der MEM-Firmen in der Digitalisierung einen Nutzen. Davon sind 76% der Betriebe bereits aktiv geworden.

Potenzial erkennen und nutzen

Die Unternehmen würden aber nicht nur das Potenzial erkennen, sie seien auch dabei, dieses zu nutzen, heisst es weiter. 1'225 Projekte sind gemäss Mitteilung in den 373 Firmen, die an der Befragung teilgenommen haben, bereits umgesetzt worden oder sind in Arbeit bzw. Planung. Das starke Interesse an der Digitalisierung hat gemäss Mitteilung auch etwas mit der massive Überbewertung des Schweizer Frankens zu tun, was zur Umsetzung zielgerichteter Massnahmen wie eben Projekte im Bereich der sogenannten "Industrie 4.0" geführt hat.

58% dieser Projekte sind in KMU angesiedelt. Diese Zahlen würden belegen, dass "Industrie 4.0" in der Schweizer Industrie angekommen sei. Zudem werde offensichtlich, dass die Digitalisierung für KMU genauso relevant ist wie für Grossfirmen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Mit je 50% Zustimmung liegen gemäss den Firmen die grössten Potenziale in den drei Bereichen Produktivitätssteigerung, Erhöhung der Ressourcen- und Prozesseffizienz sowie Schaffung von zusätzlichem Kundennutzen. Dahinter folgen mit je 42% der Nennungen die Steigerung der Produkt- und Servicequalität und die Stärkung der Kundenbindung.

«Chance für die Schweizer Industrie»

Für Hans Hess, Präsident Swissmem, ist klar: "Die Digitalisierung ist eine Chance für die Schweizer Industrie. Sie wird einen entscheidenden Beitrag leisten, damit der Werkplatz Schweiz trotz starkem Franken, hohen Kosten und Löhnen auch künftig erfolgreich sein kann".

Für diesen Wandel befinde sich die Industrie in einer günstigen Ausgangslage. Sie sei nach den Fitnesskuren der jüngsten Vergangenheit hoch automatisiert, innovativer denn je und verfüge über sehr effiziente Prozesse. Ausserdem sei die Schweiz im Besitz über viele sehr gut qualifizierte Fachkräfte. "Diese gute Ausgangslage müssen wir nutzen und die sich bietenden Chancen entschlossen und mutig anpacken", ergänzt Hess.

(AWP)