Schweizer Steuerlandschaft mit Stillstand vor der grossen Steuerreform

In der Schweizer Steuerlandschaft hat sich zuletzt nur wenig verändert. Nach einer Dekade kräftiger Steuersenkungen herrsche seit 2013 im Wesentlichen Stillstand in der hiesigen Steuerlandschaft, heisst es im BAK Taxation Index, dessen neueste Ausgabe 2017 am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Kantone befänden sich angesichts der bevorstehenden Reform der Unternehmensbesteuerung (Steuervorlage 2017) in Wartestellung.
08.08.2017 11:20

Die im Index ausgewiesene effektive Steuerbelastung für Unternehmen und Gutverdienende (natürliche Personen mit einem Nettoeinkommen von 100'000 Euro) hat sich im Jahr 2017 kaum verändert. Im Schweizer Durchschnitt über alle 26 Kantone blieb die Belastung für Unternehmen konstant, für die zweite Kategorie sank sie um 0,1 Prozentpunkte.

Bei der Unternehmensbesteuerung kam es 2017 in praktisch keinem Kanton zu Veränderungen. Die einzigen Ausnahmen unter den 15 am Projekt beteiligten Kantonen waren aufgrund von Steuerfuss-Senkungen Uri (-0,1 Prozentpunkte) und Graubünden (-0,4 Punkte), was aber ohne Konsequenzen für die Rangfolge bleibe. An der Spitze steht demnach weiterhin Nidwalden mit einem effektiven Steuersatz von 10,1%, am anderen Ende des Spektrums ist Genf mit 21,4%. Der BIP-gewichtete Durchschnitt aller Schweizer Kantone liegt bei 16,6%.

Auch die Steuerbelastung der Gutverdienenden hat sich 2017 nur bei einer Handvoll Kantone verändert. Bei den am Projekt beteiligten Kantonen sank die Belastung in den Kantonen Uri, Schwyz, Graubünden und Schaffhausen, während sie in Zürich zunahm. Die Veränderungen fallen laut dem Index jedoch klein aus (+0,1 bis -0,2%). In der Rangfolge schiebt sich Graubünden vor Appenzell Ausserrhoden, ansonsten bleibt das Ranking unverändert. Führend ist weiterhin der Kanton Zug mit 23,0%, am Schluss steht Neuchâtel mit 37,7%.

STEUERREFORM WIRD RANGLISTE DER KANTONE DURCHSCHÜTTELN

Die Ökonomen der BAK gehen aber davon aus, dass der Stillstand angesichts der geplanten Steuerreform (SV 17) bald ein Ende haben wird. BAK-Chefökonom Martin Eichler meint in der Mitteilung: "Mit den geplanten Massnahmen der SV 17 - neben der Abschaffung der Privilegierung von Statusgesellschaften namentlich mit der Patentbox und der Erhöhung des Forschungs- und Entwicklungsabzuges - wird sich der Steuerwettbewerb in der Schweiz verändern."

Als noch wichtiger für die Gesellschaften seien allerdings die von vielen Kantonen bereits angekündigten Reduktionen der Gewinnsteuersätze einzuschätzen. "Dies wird die Rangliste der Kantone im Steuerwettbewerb mit Sicherheit erheblich durchschütteln", so Eichler weiter.

uh/tp

(AWP)