Schweizer Versicherer wachsen 2016 nur im Nichtleben-Geschäft

Die Schweizer Versicherungsbranche hat sich im Jahr 2016 gemessen am Volumen uneinheitlich entwickelt. Während in der Schadenversicherung die Prämieneinnahmen gegenüber dem Vorjahr weiter angestiegen sind, sank das Prämienvolumen in der Lebensversicherung. Letztere leide nach wie vor unter rekordtiefen Zinsen sowie der zunehmenden Regulierungsdichte, schreibt der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) am Donnerstag.
02.02.2017 10:00

Laut Hochrechnungen des SVV haben die Einnahmen in der Schadenversicherungen im Jahr 2016 um 1,1% zugenommen. Dabei verzeichnete die Motorfahrzeugversicherung dank der Zunahme zugelassener Fahrzeuge ein Plus von 1,3%. Die Prämieneinnahmen in der Feuer-, Elementar-, und Sachschadenversicherung gingen hingegen um 0,9% zurück. Grund dafür seien tiefere Prämien infolge eines günstigen Schadenverlaufs in den letzten Jahren, so die Mitteilung.

Die Einnahmen in der Lebensversicherung sanken im Berichtsjahr um 6%. Wegen der tiefen Zinsen sei es für die Anbieter schwierig, Zinsgarantien auf ihren Produkten abzugeben, heisst es. Im Bereich Einzelleben nahm das Volumen um 5% ab. Im Kollektivleben, wo die Versicherer Vorsorgelösungen für KMU anbieten, fielen die Einnahmen um 6,3% tiefer aus als 2015. Während sich dabei die periodischen Prämieneinnahmen stabil entwickelten, sank das Geschäft mit Einmaleinlagen um knapp 11%.

In der beruflichen Vorsorge seien die Anbieter stark vom demografischen Wandel und den Entwicklungen an den Finanzmärkten abhängig, heisst es weiter. Die Versicherer unterstützen daher das Reformprojekt "Altersvorsorge 2020" von Beginn an. Die Reform sei dringend nötig, um die Altersvorsorge finanziell zu stabilisieren und das jetzige Leistungsniveau beizubehalten, hält der SVV fest.

Weitere Herausforderungen sieht der Verband etwa im Klimawandel sowie in der Digitalisierung der Branche. Mit dem Klimawandel dürften Naturereignisse immer häufiger und intensiver auftreten und die Schäden daraus zunehmen, warnt der SVV. Eine nachhaltige Klimapolitik sei daher vonnöten.

In Sachen Digitalisierung gebe es zahlreiche Chancen und Herausforderungen, die es zu meistern gelte. Der SVV befasse sich mit den politischen Rahmenbedingungen dazu. Aktuell gehe es um die Revision des Datenschutzgesetzes. Die Vorlage dazu begrüsse man grundsätzlich, jedoch müssten die daraus neu entstehenden Pflichten noch auf ihre Praxistauglichkeit geprüft werden, so die Mitteilung.

mk/cf

(AWP)